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Franziskanergymnasium

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ie Schule trägt den Namen „Franziskanergymnasium“. Dies verweist auf die Mitglieder der Ordensgemeinschaft der Franziskaner, die auf demselben Gelände im Franziskanerkloster leben. Hinter dem Schulträger „Kreuzburg gGmbH“ steht die Deutsche Franziskanerprovinz von der Hl. Elisabeth mit Sitz in München. Wer aber sind die Franziskaner?

„Guten Tag, Ihr lieben Leute“ steht als Gruß auf einer runden Bronzeplatte in der Eingangshalle der Schule. Es ist der Gruß, mit dem Franziskus die Menschen seiner Zeit in italienischer Sprache gegrüßt hat („Buon giorno, buona gente!“). Der hl. Franziskus lebte von 1181-1226 n. Chr. Geboren wurde er in Assisi in Umbrien. Er war der Sohn eines reichen Kaufmannes. Nach einer Zeit der Suche fand er für sich seine Lebensform: ein Leben nach dem Evangelium in der Weise, wie es Christus und seine Apostel praktiziert haben; ein Leben in Wanderschaft, Verkündigung der frohen Botschaft und in Armut. 1209 bestätigte Papst Innozenz III. diese Lebensweise von Franziskus und seinen ersten Brüdern, die sich ihm angeschlossen hatten. Im Laufe der Jahre stieg die Zahl der Brüder auf etwa 30.000 an und es entwickelte sich aus der Bewegung eine Ordensgemeinschaft. Gegen Ende seines Lebens (1224) empfängt Franziskus die Wundmale (Stigmatisation) und stirbt – von zahlreichen Krankheiten schwer gezeichnet – am 03. Oktober 1226 vor den Toren seiner Heimatstadt. Bereits zwei Jahre später (1228) wird er von Papst Gregor IX. heilig gesprochen.

Mehr über die Biografie von Franziskus unter:

www.infag.de/seiten/doku.php/spiritualitaet_franziskus
www.franziskaner.de/FRANZISKUS-CLARA.25.0.html

Die Franziskanische Familie
Im Jahre 1212 hatte sich Klara von Assisi Franziskus angeschlossen. Da es zur damaligen Zeit nicht möglich war, als Frau ein solches Wanderleben zu führen, gründete Klara mit ihren Schwestern einen neuen Ordenszweig, der in San Damiano in kontemplativer Weise lebte.
Die franziskanische Bewegung war ursprünglich eine Laienbewegung. Im Sinne von Franziskus lebten viele seine Ideen als Menschen in der Welt in Beruf und Familie. Daraus erwuchs die Franziskanische Gemeinschaft, die heute mit ca. 1 Mio. Mitgliedern weltweit verbreitet ist. Im Zuge der sozialen Frage entstanden im 19. Jahrhundert Dutzende von franziskanischen Frauen-Ordensgemeinschaften, die heute als regulierte Dritte Orden bezeichnet werden und in verschiedensten sozialen Feldern tätig sind. Die Franziskanische Familie ist daher mit einem Baum zu vergleichen, der sich in viele Zweige aufgegliedert hat: 1. Orden: Franziskaner, Kapuziner, Minoriten; 2. Orden: Klarissen, Kapuziner-Klarissen; 3. Orden: Franziskanische Gemeinschaft, Regulierte Dritte Orden, Franziskanische Säkularinstitute.

Mehr über die Franziskanische Familie unter:

www.infag.de/seiten/doku.php/franziskanische_familie_uebersicht

Die Deutsche Franziskanerprovinz
Das stetige Wachstum des jungen Franziskanerordens erforderte notwendige regionale Strukturen. Die einzelnen Niederlassungen (Konvente) wurden zu so genannten Provinzen zusammengefasst. Derzeit gibt es in Deutschland nur noch eine Provinz, die am 1. Juli 2010 aus den vier Vorgängerprovinzen (Saxonia, Colonia, Thuringia und Bavaria) neu errichtet wurde. Weltweit gibt es zurzeit rund 13.000 Franziskaner in mehr als 100 Staaten der Erde. Knapp 350 Brüder leben an mehr als 40 verschiedenen Orten in der Deutschen Franziskanerprovinz von der heiligen Elisabeth.

Franziskaner
Äußerlich erkennbar sind die Franziskaner an ihrem braunen Ordensgewand, dem Habit; umgangssprachlich oft auch „Kutte“ genannt. Spezifikum der franziskanischen Ordensmitglieder ist der weiße Strick („Zingulum“) mit den drei Knoten darin. Sie stehen für die drei Versprechen („Gelübde“) von Gehorsam, Armut und eheloser Keuschheit.
Franziskus war es wichtig, dass die Brüder unabhängig von Herkunft und Bildung gleichberechtigt in seiner Bruderschaft zusammenleben. Daher ist die Anrede der Franziskaner „Bruder“, abgekürzt Br. Jede Ordensgemeinschaft hat ein lateinisches Kürzel, das der einzelne Bruder hinter seinen Namen schreiben kann. Für die Franziskaner ist dies OFM für „Ordo Fratrum Minorum“ = Orden der Minderen Brüder.

Die Mitglieder der Ordensgemeinschaft leben in Niederlassungen (Konventen) unterschiedlicher Größe. In Großkrotzenburg gehören aktuell 11 Brüder zwischen 45 und 82 Jahren zur Gemeinschaft. Einer von ihnen ist als Lehrer am Gymnasium aktiv und einer als Schulseelsorger. Andere sind als Guardian (Hausoberer), Pfarradministrator einer Gemeinde, als irchenmusiker, Küster oder in häuslichen Diensten tätig.

Mehr über den Konvent Großkrotzenburg unter:

www.franziskaner.de/Grosskrotzenburg.130.0.html

Spiritualität
Die Franziskaner versuchen, „in den Fußspuren Christi“ zu gehen (wie Franziskus sagen würde) und das Evangelium in einem geistlichen Leben umzusetzen. Ihr Alltag ist zum einen geprägt von gemeinsamen Zeiten für Gebet und Gottesdienst, für Mahlzeiten, Austausch und Erholung, zum anderen für die berufliche Tätigkeit des Einzelnen, die sehr unterschiedlich aussehen kann. Als so genannte „aktive“ Gemeinschaft verbleiben die Brüder nicht hinter Klostermauern, sondern arbeiten in verschiedenen pastoralen, sozialen und pädagogischen Feldern. Sie verbinden auf diese Weise geistliches Leben (Kontemplation) und Aktion, den Dienst für Gott mit dem Dienst für die Menschen. Die konkrete Ausgestaltung orientiert sich an Werten, die für Franziskus wesentliche Aspekte seiner Lebensweise beinhaltet: Gottsuche, Zeit für Stille und Gebet, Meditation des Evangeliums, Feier des Gottesdienstes, Mitgestaltung von Kirche, Armut und Option für die Armen und an den Rand Gedrängten, Wertschätzung der Arbeit, Ehrfurcht vor allen Geschöpfen, Liebe zur Schöpfung, Demut und Friedfertigkeit, Einsatz für Gerechtigkeit, missionarisch-dialogisches Handeln usw.

Mehr über Franziskanische Spiritualität unter:

www.infag.de/seiten/doku.php/spiritualitaet_franziskanische_spiritualitaet