{"id":1812,"date":"2014-02-06T11:22:57","date_gmt":"2014-02-06T10:22:57","guid":{"rendered":"https:\/\/franziskanergymnasium-kreuzburg.de\/cms\/?p=1812"},"modified":"2016-02-17T13:42:29","modified_gmt":"2016-02-17T12:42:29","slug":"ein-schizophrener-auf-der-buehne","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/franziskanergymnasium-kreuzburg.de\/cms\/ein-schizophrener-auf-der-buehne\/","title":{"rendered":"Ein Schizophrener auf der B\u00fchne"},"content":{"rendered":"<p><a lang=\"\" href=\"https:\/\/franziskanergymnasium-kreuzburg.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/2014_03theaterPotsdam1.jpg\" rel=\"lightbox[1812]\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-1814\" style=\"margin: 5px 3px;\" alt=\"OLYMPUS DIGITAL CAMERA\" src=\"https:\/\/franziskanergymnasium-kreuzburg.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/2014_03theaterPotsdam1-225x300.jpg\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/franziskanergymnasium-kreuzburg.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/2014_03theaterPotsdam1-225x300.jpg 225w, https:\/\/franziskanergymnasium-kreuzburg.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/2014_03theaterPotsdam1-768x1024.jpg 768w, https:\/\/franziskanergymnasium-kreuzburg.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/2014_03theaterPotsdam1.jpg 900w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a>Am 3. Februar gab es f\u00fcr die Deutschkurse des Jahrgangs 11 in ihrer Montagsdoppelstunde statt Unterricht etwas ganz Besonderes: In der Aula trat f\u00fcr sie der Schauspieler Raimund Gro\u00df auf, um ihnen die Erz\u00e4hlung &#8222;Lenz&#8220; von Georg B\u00fcchner, die sie als Abiturstoff alle lesen m\u00fcssen, theatralisch n\u00e4her zu bringen. In der Erz\u00e4hlung geht es um ein paar Wochen im Leben des schizophrenen Dichters Lenz aus dem 18. Jahrhundert, die er bei Pfarrer Oberlin im Elsass verbringt. Das ist im Buch knapp 25 Seiten lang geschildert. Raimund Gro\u00df hatte diesen Text komplett auswendig drauf und schaffte es, mit sparsamsten Mitteln &#8211; schwarzer Rock, ein Stuhl, minimaler Soundtrack, Lichtspot &#8211; sein Publikum in die Gedanken- und Erlebniswelt des kranken Dichters hineinzuziehen. Mit gro\u00dfer stimmlicher Wandlungsf\u00e4higkeit machte er den Text, der wirklich nicht einfach ist, lebendig und nahm so die Zuschauer mit in die extremen Stimmungsschwankungen und -wechsel des Protagonisten. Jeder in der Aula hatte hinterher eine sehr lebendige Anschauung davon, wie man sich die Innenwelt eines solchen psychisch Kranken vorstellen kann.<\/p>\r\n<p>Die Sch\u00fcler applaudierten am Ende heftig und h\u00e4tten gern noch eine Zugabe herausgeschlagen, &#8211; wenn es noch mehr Text gegeben h\u00e4tte. Aber statt dessen konnten sie in einem kurzen Gespr\u00e4ch erfahren, wie lange es dauert, bis Raimund Gro\u00df sich solch eine Textmasse anverwandelt &#8211; bis zu einem halben Jahr &#8211; und warum er das macht: n\u00e4mlich um die Sch\u00f6nheit des Sprachklanges dieser Dichtung f\u00fcr die n\u00e4chste Generation zu bewahren. Und das ist ihm f\u00fcr diese Generation in unserer Aula auch voll gelungen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Am 3. 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