{"id":38558,"date":"2024-03-14T07:00:56","date_gmt":"2024-03-14T06:00:56","guid":{"rendered":"https:\/\/franziskanergymnasium-kreuzburg.de\/cms\/?p=38558"},"modified":"2024-03-10T12:01:15","modified_gmt":"2024-03-10T11:01:15","slug":"eine-woche-mehr-ehrlichkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/franziskanergymnasium-kreuzburg.de\/cms\/eine-woche-mehr-ehrlichkeit\/","title":{"rendered":"\u201eEine Woche mehr EHRLICHKEIT\u201c"},"content":{"rendered":"Donnerstag, 14.03.2024\r\n<br>\r\n<strong>\u201eEine Woche mehr EHRLICHKEIT\u201c<\/strong><p>\r\n<p>\r\nManche Studien sagen, dass wir bis zu 200mal am Tag l\u00fcgen. Das ist erstaunlich. Es erschrickt sogar. Wenn so viel gelogen wird, wem kann ich da noch glauben? Wem kann ich vertrauen?<br>\r\n\r\nJesus sagte in der Bergpredigt jedoch folgende Worte: \u201eWenn Ihr JA sagt, dann meint auch JA. Wenn ihr NEIN sagt, dann meint auch NEIN, sonst werdet ihr unehrlich\u201c (Mt 5,37). Wahrheit oder L\u00fcge? Das ist eine ganz sch\u00f6ne Herausforderung.<br>\r\n\r\nDarum ist der vierte Fastenimpuls mit dem Worten \u00fcberschrieben:<strong> \u201eEine Woche mehr EHRLICHKEIT!<\/strong><p>\r\n\r\n<strong>Lied: \u201eSelig seid ihr\u201c<\/strong><p>\r\n\r\n<strong>F\u00fcr die Unterstufe:<\/strong><p>\r\n<strong>Bilderbuch:<\/strong><br>\r\n\r\n<strong>Thierry Robberecht, Estelee Meens: Eine dicke L\u00fcge<\/strong><p>\r\n\r\n\r\n\r\nNormalerweise bin ich ein richtiges Ass im Fu\u00dfball. Aber heute Nachmittag, beim Spielen im Garten, kicke ich den Ball direkt ins K\u00fcchenfenster.\r\n\r\n<br>\r\n\r\nDie Fensterscheibe ist in tausend St\u00fccke zerbrochen, und Papa kommt w\u00fctend aus dem Haus. \u201eWAS IST HIER PASSIERT? Lucas, hast du die Scheiben kaputtgemacht?\u201c\r\n\r\n<br>\r\n\r\nPapa ist so sauer, dass ich mich nicht getraue, ihm die Wahrheit zu sagen. \u201eNEIN, das war ich nicht. Das war ELENA!\u201c, sage ich und zeige auf meine kleine Schwester.\r\n\r\n<br>\r\n\r\n\u201eElena\u201c; ruft Papa. \u201eSchau, was du angerichtet hast! F\u00fcr dich ist das Dessert f\u00fcr eine Woche gestrichen!\u201c \u201eICH HABE DOCH GAR NICHTS GEMACHT!\u201c, verteidigt sich Elena. Aber Papa ist so w\u00fctend, dass er ihr nicht mehr zuh\u00f6rt.\r\n\r\n<br>\r\n\r\nIch bin nicht gerade stolz auf mich, dass ich Elena die Schuld zugeschoben habe. Vor allem als es Zeit f\u00fcrs Dessert ist, und Elena keines bekommt.\r\n\r\n<br>\r\n\r\nMit dieser L\u00fcge f\u00fchle ich mich gar nicht gut.\r\n\r\n<br>\r\n\r\nAls ich am Abend im Bett liege, kann ich nicht einschlafen. Seit ich gelogen habe, dr\u00fcckt etwas Schweres auf meinen Magen. Ist es vielleicht das Dessert? Immerhin habe ich nicht nur meine Portion, sondern auch die von Elena gegessen. Ich denke an meine Schwester, die ich zu Unrecht beschuldigt habe.\r\n\r\n<br>\r\n\r\nAm Morgen nach dem Aufwachen dr\u00fcckt noch immer dieses Gewicht auf meinen Magen.\r\n\r\n<br>\r\n\r\nAlso ist es wohl nicht das Dessert \u2026 ES IST MEINE L\u00dcGE. Sie ist so gro\u00df wie ein Elefant, und jetzt muss ich sie st\u00e4ndig mit mir herumtragen.\r\n\r\n<br>\r\n\r\nIn der Schule sitzt der Elefant auf meinem Scho\u00df, sodass ich gar nicht mehr nach vorn zur Lehrerin schauen kann. Beim Mittagessen nimmt er so viel Platz ein, dass ich nicht essen kann.\r\n\r\n<br>\r\nIn der Pause sagt mir mein bester Freund Jeremy, dass ich heute extrem schlecht Fu\u00dfball spiele. Glaubt er etwa, es sei einfach, mit einem Elefanten am Bein zu rennen? Ich habe nur noch einen Gedanken: DIESEN L\u00c4STIGEN ELEFANTEN LOSZUWERDEN.\r\n\r\n<br>\r\n\r\nAls ich ihn der Schultoilette zur\u00fccklassen will, sieht er aber so traurig aus, dass ich nicht das Herz habe, ihn die ganze Nacht alleine zu lassen. Also nehme ich ihn widerwillig auf den Arm.\r\n\r\n<br>\r\n\r\nAm Abend gibt es Elenas Lieblingsdessert: Mamas selbstgemachte Schokoladenmousse. Elena betrachtete es wie einen unerreichbaren Schatz. Sie ist so traurig, dass ich Papa gestehe, dass ich den Ball durch das K\u00fcchenfenster gekickt habe. In dem Moment, als ich Papa die Wahrheit erz\u00e4hlt habe, schrumpft der dicke Elefant und verschwindet. Obwohl ich von Papa ausgeschimpft werde, f\u00fchle ich mich leichter und besser.\r\n\r\n<br>\r\nOje, jetzt hat Elena Bauchweh. Aber nicht, weil sie gelogen hat \u2026. sondern weil sie schon zwei Portionen Schokoladenmousse gegessen hat.\r\n\r\n<br>\r\n\r\nUnd der Elefant kommt auch nicht wieder.<br>\r\n\r\n<em>Thierry Robberecht, Estelle Meens: Eine dicke L\u00fcge, Baeschlin, Glarus (2021)<\/em><p>\r\n\r\n<strong>Gedanken<\/strong><p>\r\n\r\nEs ist nicht immer leicht mit der Ehrlichkeit. Manchmal rutschen uns L\u00fcgen einfach so heraus. Wir denken gar nicht lange nach und schon passiert es.<br>\r\n\r\nManchmal wollen wir auch eine Freundin oder einen Freund mit einer Notl\u00fcge sch\u00fctzen.<br>\r\n\r\nUnd manchmal l\u00fcgen wir ganz bewusst, um etwas zu vertuschen oder um selbst besser dazustehen.<br>\r\n\r\nDoch \u201eL\u00fcgen haben kurze Beine\u201c sagt ein Sprichwort. L\u00fcgen k\u00f6nnen uns schwer auf dem Magen liegen und uns niederdr\u00fccken. Wenn wir dann auch noch Angst bekommen, dass eine L\u00fcge entdeckt wird, k\u00f6nnen wir nicht mehr frei leben. Wir f\u00fcrchten uns, dass andere uns nie mehr glauben werden.<br>\r\n\r\nJesus r\u00e4t uns, bei der Wahrheit zu bleiben, damit andere uns wirklich glauben und sich auf unsere Worte verlassen k\u00f6nnen. So werde ich vertrauensw\u00fcrdig. Dann ist eine ehrliche Beziehung zwischen Menschen m\u00f6glich.<p>\r\n\r\n\r\n<strong>\r\nImpuls<\/strong><p>\r\n\r\nVersucht in dieser Woche ehrlich zu sein! Redet wahrhaftig, wenn ihr sprecht. Meint wirklich das, was ihr sagt. Wenn Ihr etwas nicht gut gemacht habt, dann steht dazu.<br>\r\n\r\nSeid dabei vorsichtig mit den anderen. Ich muss n\u00e4mlich auch nicht jedem Menschen ehrlich meine Meinung um die Ohren schlagen. Ich kann nicht in jeder Situation alles sagen. Manchmal ist es auch besser, zu schweigen. Die Wahrheit soll n\u00e4mlich immer an die Liebe gebunden sein.<p><p>\r\n\r\n\r\n<strong>F\u00fcr Mittel- und Oberstufe<\/strong><p>\r\n\r\n\r\n\u201eL\u00fcgen haben kurze Beine\u201c, behauptet Sprichwort. Wir haben gelernt, dass wir nicht l\u00fcgen d\u00fcrfen und sollen. Aber wie rasch sagen wir auch: \u201eEine kleine Notl\u00fcge ist doch in Ordnung!\u201c<br>\r\n\r\nScheinbar gibt es unterschiedliche Arten von L\u00fcgen. Schon vor \u00fcber hundert Jahren hat die Schriftstellerin Maire von Ebner-Eschenbach in einer kurzen Erz\u00e4hlung deutlich gemacht, dass es eben nicht nur das eine oder andere, die Wahrheit oder die L\u00fcge gibt:\r\n<p>\r\n<strong>Erz\u00e4hlung<p><\/strong>\r\n\r\nEines Tages schritt die Aufrichtigkeit durch die Welt und war sehr stolz auf sich:<br>\r\n\r\n\u201eWas bin ich doch f\u00fcr eine beneidenswerte Person. Ich unterscheide zwischen gut und schlecht, ich mache niemandem etwas vor!\u201c<br>\r\n\r\nDa begegnete die Aufrichtigkeit der L\u00fcge. Sie war gekleidet in schillernden Gew\u00e4ndern und ihr folgten mehrere Personen. Mit Ekel und Entr\u00fcstung wandte sich die Aufrichtigkeit ab.<br>\r\n\r\nDie L\u00fcge ging s\u00fc\u00dflich l\u00e4chelnd weiter. Die Letzten ihres Gefolges aber, ein kleines, schw\u00e4chliches Volk mit Kindergesichtchen, schlichen dem\u00fctig und sch\u00fcchtern vorbei und neigten sich bis zur Erde vor der Aufrichtigkeit.\r\n<br>\r\n\u201eWer seid ihr denn?\u201d, fragte sie.<br>\r\n\r\nEines nach dem anderen antwortete: \u201eIch bin die L\u00fcge aus R\u00fccksicht.\u201d<br>\r\n\r\n\u201eIch bin die L\u00fcge aus Piet\u00e4t.\u201d<br>\r\n\r\n\u201eIch bin die L\u00fcge aus Barmherzigkeit.\u201d<br>\r\n\r\n\u201eIch bin die L\u00fcge aus Liebe\u201d, sprach die vierte.<br>\r\n\r\n\u201eUnd diese Kleinsten von uns sind das Schweigen aus H\u00f6flichkeit, das Schweigen aus Respekt und das Schweigen aus Mitleid.\u201d<br>\r\n\r\nDa sch\u00e4mte sich die Aufrichtigkeit und pl\u00f6tzlich kam sie sich doch etwas plump und brutal vor.<br>\r\n\r\n<em>Marie von Ebner-Eschenbach (1830 \u2013 1916)<\/em><p>\r\n\r\n<strong>Gedanken<\/strong><p>\r\n\r\nWahrhaftigkeit und Ehrlichkeit stehen an oberster Stelle. L\u00fcgen k\u00f6nnen uns n\u00e4mlich das Leben schwer machen. Wenn wir dann auch noch Angst bekommen, dass eine L\u00fcge entdeckt wird, k\u00f6nnen wir nicht mehr frei leben. Wir f\u00fcrchten uns, dass andere uns nie mehr glauben werden.<br>\r\n\r\nAber es gibt eben auch diese anderen Unwahrheiten und L\u00fcgen: die aus Piet\u00e4t, aus Barmherzigkeit oder aus Liebe. Ich sage z.B. einem anderen nicht ungesch\u00fctzt, was mich an ihm oder ihr st\u00f6rt, weil ich wei\u00df, dass ich ihn oder sie damit verletzen k\u00f6nnte. Ich l\u00fcge dann irgendwie aus R\u00fccksichtnahme. Ehrlichkeit darf nicht dazu f\u00fchren, den anderen Menschen alles um die Ohren zu hauen, was mir nicht an ihm oder ihr gef\u00e4llt. Wahrheit soll immer untrennbar mit Liebe verbunden sein.<br>\r\n\r\nJesus r\u00e4t uns, bei der Wahrheit zu bleiben, damit andere uns wirklich glauben und sich auf unsere Worte verlassen k\u00f6nnen. So werde ich vertrauensw\u00fcrdig. Dann ist eine ehrliche Beziehung zwischen Menschen m\u00f6glich.<p>\r\n\r\n<strong>Impuls<\/strong><p>\r\n\r\nVersucht in dieser Woche ehrlich zu sein!<br>\r\n\r\nRedet wahrhaftig, wenn ihr sprecht! Meint wirklich das, was ihr sagt!<br>\r\n\r\nWenn Ihr etwas nicht gut gemacht habt, dann steht dazu.<br>\r\n\r\nUnd solltet Ihr eine Notl\u00fcge gebrauchen, fragt euch: Will ich nur mich selbst sch\u00fctzen oder den anderen Menschen, weil er oder sie mir ein Freund oder eine Freundin ist? Aber sei dir dann auch bewusst, dass du die Konsequenzen jeder Unehrlichkeit tragen wirst.\r\n<p><p>\r\n\r\n<em><strong>F\u00fcr alle Jahrg\u00e4nge<\/strong><\/em><p>\r\n\r\n\r\n<strong>Gemeinsames Gebet<\/strong><p>\r\n\r\nO komm, du Geist der Wahrheit,<br>\r\n und kehre bei uns ein,<br>\r\n verbreite Licht und Klarheit,<br>\r\n verbanne Trug und Schein.<br>\r\n Gie\u00df aus dein heilig Feuer,<br>\r\n r\u00fchr Herz und Lippen an,<br>\r\n dass jeglicher Getreuer<br>\r\n den Herrn bekennen kann.<br><br>\r\n<em>\r\n(Philipp Spitta; aus dem Lied: Komm du Geist der Wahrheit)<\/em><p>\r\n\r\n<strong>Vater unser<p><\/strong>\r\n\r\n\r\n<strong>Segen<\/strong><p>\r\n\r\nGott segne euch und beh\u00fcte euch<br>\r\n Er gebe euch die Kraft,<br>\r\n euch selbst und der Wahrheit treu zu bleiben<br>\r\n Er lasse sein Angesicht leuchten \u00fcber euch<br>\r\n und f\u00fchre euch durch das Dickicht der L\u00fcgen hindurch,<br>\r\n ohne dass ihr euch darin verfangt.<br>\r\n Er erhebe sein Angesicht auf euch<br>\r\n und schenke euch allen seinen Frieden<br>\r\n der dort bl\u00fcht, wo die Wahrheit nicht unterdr\u00fcckt wird,<br>\r\n sondern die Ehrlichkeit gesch\u00e4tzt wird.<br>\r\n So segne euch der dreieinige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.<p>\r\n\r\n<em>(Quelle: https:\/\/dietrich-bonhoeffer-gemeinde-singen.de<\/em>\r\n\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Donnerstag, 14.03.2024 \u201eEine Woche mehr EHRLICHKEIT\u201c Manche Studien sagen, dass wir bis zu 200mal am Tag l\u00fcgen. Das ist erstaunlich. Es erschrickt sogar. Wenn so viel gelogen wird, wem kann ich da noch glauben? Wem kann ich vertrauen? Jesus sagte in der Bergpredigt jedoch folgende Worte: \u201eWenn Ihr JA sagt, dann meint auch JA. Wenn ihr NEIN sagt, dann meint auch NEIN, sonst werdet ihr unehrlich\u201c (Mt 5,37). Wahrheit oder L\u00fcge? Das ist eine ganz sch\u00f6ne Herausforderung. Darum ist der vierte Fastenimpuls mit dem Worten \u00fcberschrieben: \u201eEine Woche mehr EHRLICHKEIT! Lied: \u201eSelig seid ihr\u201c F\u00fcr die Unterstufe: Bilderbuch: Thierry Robberecht, Estelee Meens: Eine dicke L\u00fcge Normalerweise bin ich ein richtiges Ass im Fu\u00dfball. Aber heute Nachmittag, beim Spielen im Garten, kicke ich den Ball direkt ins K\u00fcchenfenster. Die Fensterscheibe ist in tausend St\u00fccke zerbrochen, und Papa kommt w\u00fctend aus dem Haus. \u201eWAS IST HIER PASSIERT? 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Ich denke an meine Schwester, die ich zu Unrecht beschuldigt habe. Am Morgen nach dem Aufwachen dr\u00fcckt noch immer dieses Gewicht auf meinen Magen. Also ist es wohl nicht das Dessert \u2026 ES IST MEINE L\u00dcGE. Sie ist so gro\u00df wie ein Elefant, und jetzt muss ich sie st\u00e4ndig mit mir herumtragen. In der Schule sitzt der Elefant auf meinem Scho\u00df, sodass ich gar nicht mehr nach vorn zur Lehrerin schauen kann. Beim Mittagessen nimmt er so viel Platz ein, dass ich nicht essen kann. In der Pause sagt mir mein bester Freund Jeremy, dass ich heute extrem schlecht Fu\u00dfball spiele. Glaubt er etwa, es sei einfach, mit einem Elefanten am Bein zu rennen? Ich habe nur noch einen Gedanken: DIESEN L\u00c4STIGEN ELEFANTEN LOSZUWERDEN. Als ich ihn der Schultoilette zur\u00fccklassen will, sieht er aber so traurig aus, dass ich nicht das Herz habe, ihn die ganze Nacht alleine zu lassen. Also nehme ich ihn widerwillig auf den Arm. Am Abend gibt es Elenas Lieblingsdessert: Mamas selbstgemachte Schokoladenmousse. Elena betrachtete es wie einen unerreichbaren Schatz. Sie ist so traurig, dass ich Papa gestehe, dass ich den Ball durch das K\u00fcchenfenster gekickt habe. In dem Moment, als ich Papa die Wahrheit erz\u00e4hlt habe, schrumpft der dicke Elefant und verschwindet. Obwohl ich von Papa ausgeschimpft werde, f\u00fchle ich mich leichter und besser. Oje, jetzt hat Elena Bauchweh. Aber nicht, weil sie gelogen hat \u2026. sondern weil sie schon zwei Portionen Schokoladenmousse gegessen hat. Und der Elefant kommt auch nicht wieder. Thierry Robberecht, Estelle Meens: Eine dicke L\u00fcge, Baeschlin, Glarus (2021) Gedanken Es ist nicht immer leicht mit der Ehrlichkeit. Manchmal rutschen uns L\u00fcgen einfach so heraus. Wir denken gar nicht lange nach und schon passiert es. Manchmal wollen wir auch eine Freundin oder einen Freund mit einer Notl\u00fcge sch\u00fctzen. Und manchmal l\u00fcgen wir ganz bewusst, um etwas zu vertuschen oder um selbst besser dazustehen. Doch \u201eL\u00fcgen haben kurze Beine\u201c sagt ein Sprichwort. L\u00fcgen k\u00f6nnen uns schwer auf dem Magen liegen und uns niederdr\u00fccken. Wenn wir dann auch noch Angst bekommen, dass eine L\u00fcge entdeckt wird, k\u00f6nnen wir nicht mehr frei leben. Wir f\u00fcrchten uns, dass andere uns nie mehr glauben werden. Jesus r\u00e4t uns, bei der Wahrheit zu bleiben, damit andere uns wirklich glauben und sich auf unsere Worte verlassen k\u00f6nnen. So werde ich vertrauensw\u00fcrdig. Dann ist eine ehrliche Beziehung zwischen Menschen m\u00f6glich. Impuls Versucht in dieser Woche ehrlich zu sein! Redet wahrhaftig, wenn ihr sprecht. Meint wirklich das, was ihr sagt. Wenn Ihr etwas nicht gut gemacht habt, dann steht dazu. Seid dabei vorsichtig mit den anderen. Ich muss n\u00e4mlich auch nicht jedem Menschen ehrlich meine Meinung um die Ohren schlagen. Ich kann nicht in jeder Situation alles sagen. Manchmal ist es auch besser, zu schweigen. Die Wahrheit soll n\u00e4mlich immer an die Liebe gebunden sein. F\u00fcr Mittel- und Oberstufe \u201eL\u00fcgen haben kurze Beine\u201c, behauptet Sprichwort. Wir haben gelernt, dass wir nicht l\u00fcgen d\u00fcrfen und sollen. Aber wie rasch sagen wir auch: \u201eEine kleine Notl\u00fcge ist doch in Ordnung!\u201c Scheinbar gibt es unterschiedliche Arten von L\u00fcgen. Schon vor \u00fcber hundert Jahren hat die Schriftstellerin Maire von Ebner-Eschenbach in einer kurzen Erz\u00e4hlung deutlich gemacht, dass es eben nicht nur das eine oder andere, die Wahrheit oder die L\u00fcge gibt: Erz\u00e4hlung Eines Tages schritt die Aufrichtigkeit durch die Welt und war sehr stolz auf sich: \u201eWas bin ich doch f\u00fcr eine beneidenswerte Person. Ich unterscheide zwischen gut und schlecht, ich mache niemandem etwas vor!\u201c Da begegnete die Aufrichtigkeit der L\u00fcge. Sie war gekleidet in schillernden Gew\u00e4ndern und ihr folgten mehrere Personen. Mit Ekel und Entr\u00fcstung wandte sich die Aufrichtigkeit ab. Die L\u00fcge ging s\u00fc\u00dflich l\u00e4chelnd weiter. Die Letzten ihres Gefolges aber, ein kleines, schw\u00e4chliches Volk mit Kindergesichtchen, schlichen dem\u00fctig und sch\u00fcchtern vorbei und neigten sich bis zur Erde vor der Aufrichtigkeit. \u201eWer seid ihr denn?\u201d, fragte sie. Eines nach dem anderen antwortete: \u201eIch bin die L\u00fcge aus R\u00fccksicht.\u201d \u201eIch bin die L\u00fcge aus Piet\u00e4t.\u201d \u201eIch bin die L\u00fcge aus Barmherzigkeit.\u201d \u201eIch bin die L\u00fcge aus Liebe\u201d, sprach die vierte. \u201eUnd diese Kleinsten von uns sind das Schweigen aus H\u00f6flichkeit, das Schweigen aus Respekt und das Schweigen aus Mitleid.\u201d Da sch\u00e4mte sich die Aufrichtigkeit und pl\u00f6tzlich kam sie sich doch etwas plump und brutal vor. 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