{"id":42224,"date":"2025-02-12T06:00:46","date_gmt":"2025-02-12T05:00:46","guid":{"rendered":"https:\/\/franziskanergymnasium-kreuzburg.de\/cms\/?p=42224"},"modified":"2025-02-11T20:49:04","modified_gmt":"2025-02-11T19:49:04","slug":"so-war-die-ddr-mythos-und-wirklichkeitzwei-gelungene-projekttage-an-der-kreuzburg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/franziskanergymnasium-kreuzburg.de\/cms\/so-war-die-ddr-mythos-und-wirklichkeitzwei-gelungene-projekttage-an-der-kreuzburg\/","title":{"rendered":"So war die DDR \u2013 Mythos und Wirklichkeit\u2026zwei gelungene Projekttage an der Kreuzburg"},"content":{"rendered":"<p><em>\u201eBesonders beeindruckend ist die au\u00dfergew\u00f6hnliche M\u00f6glichkeit, mehrere Gespr\u00e4che mit Zeitzeugen zu f\u00fchren. Man bekommt dabei einen Einblick in die damaligen Lebenswelt zur Zeit der DDR sowie ganz pers\u00f6nliche, spannende Geschichten von einzelnen Akteuren zu h\u00f6ren. Unglaublich private, schreckenerregende, aber auch faszinierende Erz\u00e4hlungen bringen einem zum Nachdenken und Staunen.\u201c<\/em> (Sch\u00fclerin der 13. Klasse)<\/p>\r\n<p>Am 22. und 23. Januar 2025 fanden an der Kreuzburg zwei spannende Projekttage in Kooperation mit der Konrad-Adenauer-Stiftung f\u00fcr den gesamten Jahrgang 13 statt.<\/p> \r\n<p>Gemeinsam mit f\u00fcnf Zeitzeugen verbrachten die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler der Grundkurse sowie des Leistungskurses begleitet durch ihre Geschichtslehrkr\u00e4fte den Tag.<\/p>\r\n<p>So berichtete Birgit Schlicke \u00fcber Repressionen und den Haftbedingungen politisch Gefangener. Sie wurde zu zwei Jahren und sechs Monaten wegen &#8222;landesverr\u00e4terischer Nachrichten\u00fcbermittlung&#8220; verurteilt. Besonders packend waren die Berichte von Dr. Burkhart Veigel \u00fcber seine Zeit als Fluchthelfer. Er grub unter anderem Tunnel und baute verschiedene Autos zu Fluchtfahrzeugen um. Das Ministerium f\u00fcr Staatssicherheit (MfS) beobachtete die Vorg\u00e4nge um Veigel genau und versuchte, ihn zu entf\u00fchren. Unzensierte Fotos aus der Endzeit der DDR pr\u00e4sentierte Dietmar Riemann sehr eindr\u00fccklich. Klaus-J\u00fcrgen Wetz berichtete, wie sich eine Klassenfahrt in die DDR angef\u00fchlt hat und Roman Grafe sprach in intensiven Gespr\u00e4chen \u00fcber das Thema \u201eAnpassen oder Widerstehen in der DDR\u201c sowie \u00fcber seine Erlebnisse als Jugendlicher.<\/p>\r\n<p>Alle Zeitzeugen waren sehr beeindruckt von diesem Tag und dem gro\u00dfen Interesse der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler unseres Gymnasiums. Die tiefgr\u00fcndigen Fragen haben bleibenden Eindruck hinterlassen. Das Engagement unserer Kolleginnen und Kollegen kam hier sehr gut zum Vorschein.<\/p>\r\n\r\n<p>Am n\u00e4chsten Tag ging es dann zum Point Alpha. Einst standen sich hier die Vorposten von NATO und Warschauer Pakt Auge in Auge gegen\u00fcber. Vieles spricht daf\u00fcr, dass ein Dritter Weltkrieg hier h\u00e4tte beginnen k\u00f6nnen. Die historische Bedeutung von \u201ePoint Alpha\u201c ist immens und seine geografische Lage macht diesen Ort zu einem der \u201ehei\u00dfen\u201c Orte des Kalten Krieges. Diesen geschichtstr\u00e4chtigen Ort real zu erleben, ist etwas Besonderes.<\/p>\r\n<p><em>\u201eDer Ausflug zum Point Alpha war ebenfalls sehr spannend. Es war besonders eindrucksvoll, Geschichte nicht nur theoretisch zu h\u00f6ren, sondern sie vor Ort praktisch zu erleben.\u201c<\/em> (Sch\u00fclerin der 13. Klasse)<\/p>\r\n<p>Point Alpha war ein ehemaliger US-amerikanischer Beobachtungspunkt an der innerdeutschen Grenze Hessens zu Th\u00fcringen bzw. der DDR; es handelte sich nicht um einen Grenz\u00fcbergang. Zum einen erlebten die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler geschichtliche Ereignisse im Zusammenhang mit der Grenze seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges und die Auswirkungen auf die dort lebenden Menschen. Zum anderen bietet die heutige Erinnerungs- und Gedenkst\u00e4tte einen authentischen Ort f\u00fcr Zeitzeugenarbeit sowohl mit betroffenen Deutschen als auch mit ehemalig dort stationierten US-Soldaten.<\/p>\r\n<p><em>\u201eDie Grenzwanderung und das Museum mit F\u00fchrung waren sehr spannend, allerdings h\u00e4tte ich mir noch gew\u00fcnscht, nochmal Zeit f\u00fcr ein eigenst\u00e4ndiges Durchlesen und Erkunden des Museums zu bekommen. Besonders bleibt mir die Geschichte von zwei Jungen im Kopf, die fl\u00fcchten wollten, wobei einer es verletzt \u00fcber den ersten Zaun geschafft hat. Er wurde f\u00fcr tot gehalten und am n\u00e4chsten Tag abtransportiert, allerdings hat sich rausgestellt, dass er \u00fcberlebt hat, als er das Haus auf der Grenze Jahre sp\u00e4ter besucht hat.\u201c<\/em> (Sch\u00fclerin der 13. Klasse)<\/p>\r\n<p><em>\u201eDurch die Projekttage kann ich mir nun besser vorstellen, wie es gewesen sein muss, in der DDR zu leben oder aus dieser zu fliehen. Ein Zitat ist bei mir besonders h\u00e4ngen geblieben: &#8218;Man wei\u00df erst was Freiheit bedeutet, wenn man mal Unfreiheit erlebt hat.&#8217;\u201c<\/em> (Sch\u00fclerin der 13. Klasse)<\/p>\r\n<p><em>Karin Hofmann, Organisatorin und Fachbereichsleiterin f\u00fcr den Bereich der Gesellschaftswissenschaften<\/em><\/p>\r\n\r\nngg_shortcode_0_placeholder\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u201eBesonders beeindruckend ist die au\u00dfergew\u00f6hnliche M\u00f6glichkeit, mehrere Gespr\u00e4che mit Zeitzeugen zu f\u00fchren. Man bekommt dabei einen Einblick in die damaligen Lebenswelt zur Zeit der DDR sowie ganz pers\u00f6nliche, spannende Geschichten von einzelnen Akteuren zu h\u00f6ren. Unglaublich private, schreckenerregende, aber auch faszinierende Erz\u00e4hlungen bringen einem zum Nachdenken und Staunen.\u201c (Sch\u00fclerin der 13. Klasse) Am 22. und 23. Januar 2025 fanden an der Kreuzburg zwei spannende Projekttage in Kooperation mit der Konrad-Adenauer-Stiftung f\u00fcr den gesamten Jahrgang 13 statt. Gemeinsam mit f\u00fcnf Zeitzeugen verbrachten die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler der Grundkurse sowie des Leistungskurses begleitet durch ihre Geschichtslehrkr\u00e4fte den Tag. So berichtete Birgit Schlicke \u00fcber Repressionen und den Haftbedingungen politisch Gefangener. Sie wurde zu zwei Jahren und sechs Monaten wegen &#8222;landesverr\u00e4terischer Nachrichten\u00fcbermittlung&#8220; verurteilt. Besonders packend waren die Berichte von Dr. Burkhart Veigel \u00fcber seine Zeit als Fluchthelfer. Er grub unter anderem Tunnel und baute verschiedene Autos zu Fluchtfahrzeugen um. Das Ministerium f\u00fcr Staatssicherheit (MfS) beobachtete die Vorg\u00e4nge um Veigel genau und versuchte, ihn zu entf\u00fchren. Unzensierte Fotos aus der Endzeit der DDR pr\u00e4sentierte Dietmar Riemann sehr eindr\u00fccklich. Klaus-J\u00fcrgen Wetz berichtete, wie sich eine Klassenfahrt in die DDR angef\u00fchlt hat und Roman Grafe sprach in intensiven Gespr\u00e4chen \u00fcber das Thema \u201eAnpassen oder Widerstehen in der DDR\u201c sowie \u00fcber seine Erlebnisse als Jugendlicher. Alle Zeitzeugen waren sehr beeindruckt von diesem Tag und dem gro\u00dfen Interesse der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler unseres Gymnasiums. Die tiefgr\u00fcndigen Fragen haben bleibenden Eindruck hinterlassen. Das Engagement unserer Kolleginnen und Kollegen kam hier sehr gut zum Vorschein. Am n\u00e4chsten Tag ging es dann zum Point Alpha. Einst standen sich hier die Vorposten von NATO und Warschauer Pakt Auge in Auge gegen\u00fcber. Vieles spricht daf\u00fcr, dass ein Dritter Weltkrieg hier h\u00e4tte beginnen k\u00f6nnen. Die historische Bedeutung von \u201ePoint Alpha\u201c ist immens und seine geografische Lage macht diesen Ort zu einem der \u201ehei\u00dfen\u201c Orte des Kalten Krieges. Diesen geschichtstr\u00e4chtigen Ort real zu erleben, ist etwas Besonderes. \u201eDer Ausflug zum Point Alpha war ebenfalls sehr spannend. Es war besonders eindrucksvoll, Geschichte nicht nur theoretisch zu h\u00f6ren, sondern sie vor Ort praktisch zu erleben.\u201c (Sch\u00fclerin der 13. Klasse) Point Alpha war ein ehemaliger US-amerikanischer Beobachtungspunkt an der innerdeutschen Grenze Hessens zu Th\u00fcringen bzw. der DDR; es handelte sich nicht um einen Grenz\u00fcbergang. Zum einen erlebten die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler geschichtliche Ereignisse im Zusammenhang mit der Grenze seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges und die Auswirkungen auf die dort lebenden Menschen. Zum anderen bietet die heutige Erinnerungs- und Gedenkst\u00e4tte einen authentischen Ort f\u00fcr Zeitzeugenarbeit sowohl mit betroffenen Deutschen als auch mit ehemalig dort stationierten US-Soldaten. \u201eDie Grenzwanderung und das Museum mit F\u00fchrung waren sehr spannend, allerdings h\u00e4tte ich mir noch gew\u00fcnscht, nochmal Zeit f\u00fcr ein eigenst\u00e4ndiges Durchlesen und Erkunden des Museums zu bekommen. Besonders bleibt mir die Geschichte von zwei Jungen im Kopf, die fl\u00fcchten wollten, wobei einer es verletzt \u00fcber den ersten Zaun geschafft hat. Er wurde f\u00fcr tot gehalten und am n\u00e4chsten Tag abtransportiert, allerdings hat sich rausgestellt, dass er \u00fcberlebt hat, als er das Haus auf der Grenze Jahre sp\u00e4ter besucht hat.\u201c (Sch\u00fclerin der 13. Klasse) \u201eDurch die Projekttage kann ich mir nun besser vorstellen, wie es gewesen sein muss, in der DDR zu leben oder aus dieser zu fliehen. 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