{"id":7755,"date":"2016-02-15T07:25:28","date_gmt":"2016-02-15T06:25:28","guid":{"rendered":"https:\/\/franziskanergymnasium-kreuzburg.de\/cms\/?p=7755"},"modified":"2016-02-18T15:18:25","modified_gmt":"2016-02-18T14:18:25","slug":"fastenimpuls-1-die-werke-der-barmherzigkeit-fuer-unsere-schule-einem-menschen-sagen-du-gehoerst-dazu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/franziskanergymnasium-kreuzburg.de\/cms\/fastenimpuls-1-die-werke-der-barmherzigkeit-fuer-unsere-schule-einem-menschen-sagen-du-gehoerst-dazu\/","title":{"rendered":"Fastenimpuls 1 &#8211; &#8222;Die Werke der Barmherzigkeit f\u00fcr unsere Schule&#8220; &#8211; Einem Menschen sagen: Du geh\u00f6rst dazu"},"content":{"rendered":"<h3><em>Thema: Ausgrenzung, Mobbing,<\/em><br><br><\/h3><a attid=\"7749\"  href=\"https:\/\/franziskanergymnasium-kreuzburg.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/2016impuls-fastenzeit.jpg\" rel=\"lightbox[7755]\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/franziskanergymnasium-kreuzburg.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/2016impuls-fastenzeit-192x300.jpg\" alt=\"2016impuls fastenzeit\" width=\"192\" height=\"300\" class=\"alignright size-medium wp-image-7749\" srcset=\"https:\/\/franziskanergymnasium-kreuzburg.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/2016impuls-fastenzeit-192x300.jpg 192w, https:\/\/franziskanergymnasium-kreuzburg.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/2016impuls-fastenzeit.jpg 290w\" sizes=\"auto, (max-width: 192px) 100vw, 192px\" \/><\/a>\r\n\r\n<strong>Lied:<\/strong> \u201eSuchen und Fragen\u201c, Strophe 1.<br><br>\r\n\r\n<strong><em>Geschichte:<\/em><\/strong><br><br>\r\n\r\n<strong>Schule &#8211; <\/strong><br>\r\nDie Klassent\u00fcr geht auf. Tasha steht auf der Schwelle, leicht geb\u00fcckt und schaut sich unauff\u00e4llig um. Ihre Schultasche dr\u00fcckt auf den Schultern und das Fr\u00fchst\u00fccksbrot, mit der fetten Salami liegt ihr im Magen.  Die anderen Kinder toben. Es ist sehr laut. <br>\r\nSie atmet tief durch. Ihre Augen mustern den Raum. Sie streift die Tafel, den Schrank mit den B\u00fcchern, den blonden Florian, der heute seine neue Jacke tr\u00e4gt, die Aida mit ihren sch\u00f6nen braunen Z\u00f6pfen. Ihr Platz ist leer. F\u00fcr einen Moment h\u00e4lt sie inne und \u00fcberlegt. Sie k\u00f6nnte noch mal aufs Klo gehen, denkt sie. Oder zum Kiosk. Sie w\u00fcrde sp\u00e4ter wiederkommen.\r\nKurz nach dem Klingeln. Dann w\u00fcrde sie einfach sagen, sie h\u00e4tte verschlafen.<br>\r\nDas w\u00e4re schon nicht so schlimm, denkt sie. Die Schmidtke w\u00fcrde das verstehen. Bestimmt. Die ist in Ordnung. Die schreit einen wenigstens nicht sofort an. Ihr Atem geht heftiger.<br>\r\nUnter den Achseln f\u00e4ngt sie an zu schwitzen. Sie sollte aufs Klo gehen, denkt sie. Oder nach Hause. Am besten gleich. Bevor die anderen sie bemerken. Lieber nicht so lange warten. Handeln. Sie will gehen.<br><br>\r\n\r\n\u201eWo willst\u2019n du hin?\u201c Sie bleibt stehen. Der blonde Florian steht pl\u00f6tzlich vor ihr.<br>\r\nEinen Kopf gr\u00f6\u00dfer. Sie erwidert nichts. Sieht ihn nicht an. Senkt ihren Kopf.<br>\r\nIhr Gesicht ist ganz hei\u00df. <br><br>\r\n\r\nMist, denkt sie, jetzt bin ich in der Falle. Kann nicht mehr abhauen. Alles zu sp\u00e4t. Muss hier bleiben. Kann nicht mehr gehen. Sie setzt langsam einen Schritt nach vorne. Der Florian versperrt ihr den Weg. Sie schiebt sich an ihm vorbei. Die anderen Kinder gucken. Langsam geht sie auf ihren Platz zu. Mit gesenktem Kopf. Ihr Herz klopft. Die Aida stubst ihre Nachbarin an und kichert. Ein Junge bl\u00e4st seine Backen auf und grunzt wie ein Schwein.<br>\r\n\u201eFette Sau!\u201c ruft er. Die anderen lachen. <br><br>\r\n\r\nSie setzt sich auf ihren Platz. Ein paar M\u00e4dchen tuscheln. Der Junge vor ihr dreht sich pl\u00f6tzlich um und spuckt sein zerkautes St\u00fcck Brot auf ihren Tisch. \u201eHier, Walfisch, haste noch was zu fressen. Kriegst ja eh nie genug!\u201c Der Junge lacht. Die Aida wiehert vor Freude und h\u00e4lt sich den Bauch. Die anderen gr\u00f6len. Tasha schaut nicht auf. Ihr Kopf h\u00e4mmert. Aber sie schaut nicht auf. Bleibt sitzen und starrt auf den Tisch. Starrt auf das rotzige St\u00fcck Brot. Sagt nichts. Starrt nur. In ihrem Hals ein dicker Klo\u00df. Sie k\u00f6nnte heulen.<br><br>\r\n\r\nEs klingelt. Ihr Gesicht ist dunkelrot. Ihr Kopf pocht unaufh\u00f6rlich. Vor ihren Augen ein Schleier. Sie m\u00f6chte heulen. Nur noch heulen. Sie sch\u00e4mt sich so sehr. Die Lehrerin betritt die Klasse. Die Kinder h\u00f6ren auf zu lachen. Sehen nach vorne. Nicht mehr zu Tasha. Als w\u00e4re nichts geschehen. Die Lehrerin blickt in die Runde. F\u00fcr einen Moment ruht ihr Blick auf Tashas rotem Gesicht. Tasha senkt ihren Kopf. Sie sch\u00e4mt sich so sehr. Die Lehrerin setzt sich. Sagt nichts. Schl\u00e4gt ihr Buch auf. Als w\u00e4re nichts geschehen.<br><br>\r\n\r\nTasha starrt auf den Tisch. Starrt auf das rotzige Brot. Ein paar Tr\u00e4nen kullern ihre hei\u00dfe Wangen hinab. F\u00fcnfundvierzig Minuten Ruhe, denkt sie. Zeit zum Heulen, denkt sie. In der Pause haut sie hier ab. Vielleicht kommt sie morgen wieder. Vielleicht wird alles anders.<br>\r\nTasha weint.<br><br>\r\n\r\n(gek\u00fcrzte Fassung: Julia Russau; internet: e-stories.de)<br><br>\r\n\r\n\r\n<em><strong>Gedanken<\/strong><\/em><br>\r\nEs muss nicht so schlimm sein wie  wir in der Geschichte geh\u00f6rt haben. Aber manchmal ist es eben doch so schlimm, und wir bekommen das nicht mit. Was unser Zusammenleben manchmal so kalt und so unbarmherzig macht ist dieses Wegschauen oder auch dieses bewusste Anp\u00f6beln, jemanden angreifen und ihn oder sie zur Zielscheibe von Spott machen. Das grenzt Menschen aus. \r\nUnd weil ich selber nicht zum Au\u00dfenseiter werden m\u00f6chte, meide ich die Au\u00dfenseiter. Ich f\u00fcrchte, ich k\u00f6nnte ja selbst zum Ziel von Spott werden. Wahrscheinlich ist es genau das, was den anderen die andere zum Au\u00dfenseiter macht. Meine Angst l\u00e4sst ihn oder sie alleine. Der andere oder die andere aber wird damit ausgegrenzt, macht sie oder ihn einsam und manchmal auch krank \u2013 auch in unseren Klassen, TGs, im Kollegium \u2013 in unserer Schule.<br><br>\r\n\r\n<a attid=\"7765\"  href=\"https:\/\/franziskanergymnasium-kreuzburg.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/2016fastenzeit-impuls1.jpg\" rel=\"lightbox[7755]\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/franziskanergymnasium-kreuzburg.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/2016fastenzeit-impuls1-225x300.jpg\" alt=\"2016fastenzeit impuls1\" width=\"225\" height=\"300\" class=\"alignright size-medium wp-image-7765\" srcset=\"https:\/\/franziskanergymnasium-kreuzburg.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/2016fastenzeit-impuls1-225x300.jpg 225w, https:\/\/franziskanergymnasium-kreuzburg.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/2016fastenzeit-impuls1-768x1024.jpg 768w, https:\/\/franziskanergymnasium-kreuzburg.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/2016fastenzeit-impuls1.jpg 900w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a><strong><em>Impuls<\/em><\/strong><br>\r\nWir kennen sicher auch Menschen, die sich ausgegrenzt f\u00fchlen oder alleine sind. Sie sind vielleicht anders. Sie geben oder kleiden sich anders. Sie reagieren anders als die meisten. Oft wissen wir aber nicht, warum. Das macht uns unsicher und auch \u00e4ngstlich. <br>\r\nLasst uns versuchen, in dieser Woche aufeinander zuzugehen! Die Alleingelassenen brauchen jemanden, der oder die sagt: \u201eDu geh\u00f6rst dazu!\u201c Und wer sich alleine f\u00fchlt, m\u00f6ge den Mut haben, dies anzusprechen: bei der Klassensprecherin oder dem Klassensprecher, bei der Patin oder dem Paten, bei einem Lehrer oder einer Lehrerin. Sei gewiss: Du geh\u00f6rst dazu!<br><br>\r\n\r\n<strong><em>Gebet<\/em><\/strong><br><br>\r\n\r\nDu guter Geist Gottes,<br>\r\nweil wir R\u00e4ume \u00f6ffnen wollen,<br>\r\nin denen Menschen in ihrer bunten Vielfalt<br>\r\nherzlich willkommen sind; \u2013<br>\r\nDamit uns das Mitteilen von Erfahrungen gelingt<br>\r\nund neue Ideen entstehen,<br>\r\nbitten wir um Deinen Geist:<br>\r\nWirke in uns, Du Geist der Freiheit.<br><br>\r\n\r\n<em>(Bernhard Krause)<\/em><br><br>\r\n\r\n<strong>Segen<\/strong><em><br>\r\nEs segne uns in dieser Woche der Gott,<br>\r\nder alle liebt:<br>\r\nDer Vater, der Sohn und der Heilige Geist\r\n\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Thema: Ausgrenzung, Mobbing, Lied: \u201eSuchen und Fragen\u201c, Strophe 1. Geschichte: Schule &#8211; Die Klassent\u00fcr geht auf. Tasha steht auf der Schwelle, leicht geb\u00fcckt und schaut sich unauff\u00e4llig um. 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Bevor die anderen sie bemerken. Lieber nicht so lange warten. Handeln. Sie will gehen. \u201eWo willst\u2019n du hin?\u201c Sie bleibt stehen. Der blonde Florian steht pl\u00f6tzlich vor ihr. Einen Kopf gr\u00f6\u00dfer. Sie erwidert nichts. Sieht ihn nicht an. Senkt ihren Kopf. Ihr Gesicht ist ganz hei\u00df. Mist, denkt sie, jetzt bin ich in der Falle. Kann nicht mehr abhauen. Alles zu sp\u00e4t. Muss hier bleiben. Kann nicht mehr gehen. Sie setzt langsam einen Schritt nach vorne. Der Florian versperrt ihr den Weg. Sie schiebt sich an ihm vorbei. Die anderen Kinder gucken. Langsam geht sie auf ihren Platz zu. Mit gesenktem Kopf. Ihr Herz klopft. Die Aida stubst ihre Nachbarin an und kichert. Ein Junge bl\u00e4st seine Backen auf und grunzt wie ein Schwein. \u201eFette Sau!\u201c ruft er. Die anderen lachen. Sie setzt sich auf ihren Platz. Ein paar M\u00e4dchen tuscheln. 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