1. Adventsimpuls: Dienstag, 30.11.2021

Unseren Weg finden – Von Franzikus und der Entstehung der Weihnachtskrippe –
Lied:
Wir sagen euch an den lieben Advent.
Sehet, die erste Kerze brennt!
Wir sagen euch an eine heilige Zeit
Machet dem Herrn den Weg bereit!
Freut euch, ihr Christen! Freuet euch sehr!
Schon ist nahe der Herr.
Hinführung:
Mit dem 1. Advent beginnt für uns eine besondere – oder wie es im Liedtext heißt – eine heilige Zeit. Wir werden aufgefordert, dem Herrn – damit ist Jesus gemeint – den Weg bereit zu machen. Auch wir wollen uns bereit machen für die Adventszeit, sodass wir den Weg für Jesus bereit machen können. Hierzu hören wir eine Geschichte von Franziskus, der im Jahr 1223 dem Weihnachtsfest eine besondere Aufmerksamkeit schenkte:
Text: Die Krippe im Wald
Damals lebte in dem Städtchen Greccio ein Ritter, der Johannes hieß. Als Herr des Städtchens sah er mit Freude, dass sich die Gefährten von Franziskus auch in seinem Gebiet niederließen. Er schenkte ihnen einen großen bewaldeten Berg, der sich gleich hinter den Häusern von Greccio erhob. Im Sommer kühlte der Berg das Städtchen mit seinem Schatten und im Winter schützte er es vor dem kalten Wind. Es war spät im Jahr, als Franziskus nach Greccio kam. Die Bäume streckten ihre kahlen Äste in den Himmel und der Regen, der jetzt öfter fiel, ging immer wieder in Schnee über. Der Weihnachtstag stand schon vor der Tür. Dieses Mal wollte Franziskus anders als sonst an die Geburt des Jesuskindes erinnern. Das sollte ein Fest werden, wie es noch niemand gefeiert hatte… Deshalb ließ er den Ritter Johannes rufen. „Das göttliche Kind wurde in einer zugigen, feuchten Höhle geboren“, sagte er zu dem Edelmann. „Es lag auf Heu und war arm und schutzlos. Nur der Ochs und der Esel gaben dem Kind Wärme. Aber das ist lange her. Es wird Zeit, dass wir daran wieder denken.“ Dann bat er den Ritter Johannes ihm bei den Vorbereitungen für das Fest zu helfen. „Ich tue nichts lieber“, antwortete der Edelmann und nickte eifrig. Als der Heilige Abend anbrach, war das Wetter umgeschlagen. Ein milder, kaum spürbarer Wind blies. Am nachtblauen Himmel funkelten die ersten Sterne. Zwischen ihnen hingen große, weiße Wolken.
Auf einmal wurde es lebendig im Tal. Von überall her strömten die Menschen zu dem Berg, der den Brüdern gehörte. Die Wanderer waren der Einladung des Johannes gefolgt. Jetzt stiegen sie die steilen Pfade empor und sangen dabei. Das Echo ihrer Lieder hallte von den Felsen wider. Auch die Gefährten von Franziskus, die als Einsiedler in der Umgebung lebten, hatten sich den Bauern und Hirten, den Handwerkern und Dienstleuten aus Greccio angeschlossen. Der Feuerschein ihrer Fackeln erhellte den Wald und legte einen feierlichen Glanz über die Bäume. Vor einer Grotte hielten die Menschen an. Dort stand eine Krippe für das Jesuskind. Ritter Johannes füllte sie mit Heu. Sogar ein Ochs und ein Esel waren von ihm heraufgebracht worden. Die beiden Tiere zupften an den Halmen. Mit großen erstaunten Augen schauten sie auf das Menschenvolk. Als Franziskus anfing die Geschichte von der Heiligen Nacht in Betlehem zu erzählen, spitzten sie ihre Ohren. „Seht her“, sagte er, „so ist es damals gewesen, als das Jesuskind zu uns kam. Es lag in einer Futterkrippe, die für die Tiere bestimmt war. Wie alle Kinder dieser Welt hat der kleine Gottessohn geweint und sich erst in den Armen seiner Mutter beruhigt.“ Während Franziskus noch sprach, beugte er sich voller Begeisterung zu der Krippe hinunter. Da schien es den Leuten, als läge auf dem Heu tatsächlich ein Kind.
Darüber staunten alle und wurden so fröhlich wie noch nie in ihrem Leben. Sie sangen Halleluja, Halleluja. Der Esel aber schrie ganz leise und der Ochs neben ihm muhte bedächtig wie es seine Art war.
Erst am frühen Morgen kehrten die Menschen zurück nach Greccio. Überall im Land berichteten sie von der wunderbaren Nacht. Von nun an gehörte die Krippe mit Ochs und Esel zu jedem Weihnachtsfest.
(Erich Jooß, Franziskus von Assisi und die Sprache der Tiere, S. 51,53-55.57)
Gedanken:
Im Jahr 1223 hatte der Heilige Franziskus die Idee, eine Weihnachtskrippe zu bauen. Franziskus nutzte wahrscheinlich eine lebensgroße Krippe, um den Menschen die Umstände der Geburt von Jesus zu verdeutlichen und die Menschen daran zu erinnern. So wollte er der Bevölkerung das Weihnachtsgeheimnis verständlich und vorstellbar machen.
Knapp 800 Jahre später – im Jahr 2021 – wollen auch wir eine Weihnachtskrippe bauen – nicht unbedingt in Lebensgröße, sondern eher eine kleinere, anschauliche Krippe in unseren Klassenräumen!
- Wählt einen Platz in Eurem Klassenzimmer aus, an dem ihr Eure Klassenkrippe aufstellen wollt.
- Gestaltet – vielleicht in Anlehnung an die Geschichte von Franziskus – diesen Ort:
- Um diesen Ort natürlich wirken zu lassen, könnt ihr vielleicht im Waldstück im Schulhof einmal schauen, ob ihr dort Material findet, das ihr in Eure Krippenlandschaft integrieren könnt.
- Hierzu gibt es auch die schöne Idee, quasi als Adventskalender den Weg zur Krippe „zu legen“, indem ihr jeden Tag einen kleinen Stein oder einen anderen natürlichen Gegenstand als Wegstück zur Krippe legt, sodass an Weihnachten der Weg an der Krippe ankommt.
- Wenn ihr Franziskus als Figur habt, könnt ihr ihn gerne in Eure Krippenlandschaft stellen, so wie in der Schulkrippe in der Aula.
Impuls für die Woche:
Gebet
Die Adventszeit ist eine Zeit, in der wir – im übertragenen Sinn – wieder mehr Licht in unser Leben bringen können, wie es symbolisch die Kerzen am Adventskranz tun. So wollen wir für diese und die kommenden Wochen Gott um Licht in der Dunkelheit bitten:
Höchster, ruhmreicher Gott,
erleuchte die Dunkelheit meines Herzens
und schenke mir rechten Glauben,
gefestigte Hoffnung und vollendete Liebe.
Gib mir, Herr,
das rechte Empfinden und Erkennen,
damit ich deinen heiligen und wahrhaften Auftrag erfülle. Amen.
(Gebet des Franziskus vor dem Kreuzbild in San Damiano, in: Benedikt XVI.: Der Heilige Franziskus, Gedanken – Gebete – Meditationen, Leipzig, S. 10)

