… und dann war Licht
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– Aufführung des Schöpfungsoratoriums von Thomas Gabriel bei tropischen Temperaturen –
Am Nachmittag des Pfingstmontages war in der Aula des Franziskanergymnasiums Kreuzburg ein kulturelles Ereignis der besonderen Klasse angesagt. Verschiedene Chöre aus kirchlichen Institutionen des Bistums Mainz und Fulda wollten das Schöpfungsoratorium von Thomas Gabriel, dem Regionalkantor von Seligenstadt, unter seiner Leitung aufführen. Die Sänger, Instrumentalisten und später auch die Gäste hatten es sehr schwer, sich einen Weg durch die Badegäste zu bahnen, die an diesem Tag zum Strandbad Großkrotzenburg wollten, denn die Zufahrtswege waren zugeparkt, ein Bus blockierte den Waitzweg und Ordnungskräfte hatten Straßensperren aufgestellt.
Die Idee, mit den Chören der Marienschule Offenbach, des Franziskanergymnasiums Kreuzburg (Jugendchor) Großkrotzenburg, des Theresien- und Jugendhilfezentrums Offenbach, der Oswald von Nell Breuning Schule Offenbach und der Marcellinis (Jugendchor) Seligenstadt ein Gemeinschaftswerk zu schaffen, entstand zwischen Peter Eckrich, dem Leiter des Theresien- und Jugendhilfezentrums, und Thomas Gabriel.
Ein Jahr lang probten die Schülerinnen und Schüler getrennt mit ihren Musiklehrern Doris Jerulank, Andreas Heindel, Peter Loschert, Nicolo Sokoli und bei gemeinsamen Proben mit dem Komponisten an diesem Stück. So erschlossen sie sich nach und nach die Musik und auch die Texte von Eugen Eckert, der bereits zahlreiche Texte für neue, moderne Kirchenlieder schuf.
Das gut einstündige Werk, das ca. 215 Jahre nach Haydns „Schöpfung“ in zeitgemäßer Art Gottes Schöpfung preist, wurde am 8. un
d 9. Juni 2014 aufgeführt, und zwar am Pfingstsonntag in der Dreifaltigkeitskirche in Offenbach und am Pfingstmontag bei uns in der Aula des Kreuzburggymnasiums. Die gut 100 Mitwirkenden brachten das Oratorium stimmgewaltig, präzise und mit sauberer Intonation den Zuhörern in der vollbesetzten Kirche bzw. Aula zu Gehör. Einzelnen Mitwirkenden konnte man die persönliche Ergriffenheit von der Musik, dem Klang und Inhalt des Stückes anmerken. Die beiden Solisten Christian M. und Maria N. waren perfekt für ihre Rollen ausgewählt. Mit seiner weichen Tenorstimme interpretierte Christian M. die Bibeltexte in hervorragender Weise, während Maria N. in der Rolle der Prophetin oft provokativ und aggressiv hinterfragte, ob Gott dies bei seiner Schöpfung wirklich so gemeint habe. Beide Solisten brillierten durch ihren musikalischen Ausdruck und eine deutliche Artikulation. Auch einzelne Sängerinnen und Sänger aus den verschiedenen Chören übernahmen Soli: Sie trugen einleitende Texte vor oder sangen kleine solistische Passagen. Was für eine gelungene Herausforderung!
Klassische Elemente prägen genauso wie rockige Passagen die Musik des Oratoriums, das auch musikalisch in die sieben Tage der Schöpfung gegliedert ist. Der Gesang wurde von einer Band und einzelnen Orchesterinstrumenten begleitet, die zum Teil auch von engagierten Schülerinnen und Schülern gespielt wurden. Der verjazzte fünfte Tag ließ die Zuhörer trotz der Hitze von über 30 Grad auf ihren Plätzen mitswingen, und nach den Soli von Saxophon, Klavier und Trompete mussten sich die Zuschauer zusammenreißen, um wegen der Tonaufnahme nicht zu klatschen. Die Texte des Stückes rütteln auf, versöhnen, preisen Gottes Schöpfung, was Gabriel entsprechend in Musik umgesetzt hat. So gibt es ergreifende, beseelte Stellen in dem Stück, bei denen man Gänsehaut bekommt und zu Tränen gerührt ist. So etwas vermag nur Musik! An anderen Stellen wird man aus dieser Idylle wieder herausgeworfen und muss sich der Realität stellen, und auch die geht mit dissonanten und rhythmisch fordernden Klängen unter die Haut. Ein eindringliches Stück, das von den mitwirkenden Schülerinnen und Schülern in hervorragender Art dargeboten wurde.
Ich glaube, die Vereinigung der Chöre hat dem Dirigenten und Komponisten mit der wunderschönen Aufführung seines Schöpfungsoratoriums an diesem Pfingstfest ein riesiges Geschenk gemacht.
Wenn nicht der Heilige Geist selbst, so war es vielleicht ein Bote des hl. Franziskus, der in Gestalt eines kleinen Vogels, eines Stars, in der Aula verweilte und die Musik kommentierte. Zunächst zwitscherte er gegen die konkurrierenden Sänger an, die ihm scheinbar die Schau stahlen. War er nicht der STAR? Dann aber gab er sich geschlagen und musizierte mit. Er setzte seine Kontrapunkte, nicht immer auf den Schlag, aber nach und nach immer harmonischer und rhythmischer. Da ja auch seine Vorfahren von Gott erschaffen wurden, fühlte er sich zu Recht als Mitwirkender.
Nach einem kaum enden wollenden Applaus dankte die stellvertretende Schulleitern Frau Dähn besonders den Schülern für die großartigen Leistung, ihr Engagement und ihre Zeit, die sie in die Proben investiert haben, und beglückwünschte alle Mitwirkenden zu dem grandiosen Erfolg.
Manchmal lohnt es sich, an heißen Tagen nicht dem Mainstream hin zum See und kühlem Nass zu folgen, sondern ein wenig in der Aula zu schwitzen, erst recht wenn man mit einem solchen Hörgenuss beschenkt wird.
Am Nachmittag des Pfingstmontages war in der Aula des Franziskanergymnasiums Kreuzburg ein kulturelles Ereignis der besonderen Klasse angesagt. Verschiedene Chöre aus kirchlichen Institutionen des Bistums Mainz und Fulda wollten das Schöpfungsoratorium von Thomas Gabriel, dem Regionalkantor von Seligenstadt, unter seiner Leitung aufführen. Die Sänger, Instrumentalisten und später auch die Gäste hatten es sehr schwer, sich einen Weg durch die Badegäste zu bahnen, die an diesem Tag zum Strandbad Großkrotzenburg wollten, denn die Zufahrtswege waren zugeparkt, ein Bus blockierte den Waitzweg und Ordnungskräfte hatten Straßensperren aufgestellt.
Die Idee, mit den Chören der Marienschule Offenbach, des Franziskanergymnasiums Kreuzburg (Jugendchor) Großkrotzenburg, des Theresien- und Jugendhilfezentrums Offenbach, der Oswald von Nell Breuning Schule Offenbach und der Marcellinis (Jugendchor) Seligenstadt ein Gemeinschaftswerk zu schaffen, entstand zwischen Peter Eckrich, dem Leiter des Theresien- und Jugendhilfezentrums, und Thomas Gabriel.
Ein Jahr lang probten die Schülerinnen und Schüler getrennt mit ihren Musiklehrern Doris Jerulank, Andreas Heindel, Peter Loschert, Nicolo Sokoli und bei gemeinsamen Proben mit dem Komponisten an diesem Stück. So erschlossen sie sich nach und nach die Musik und auch die Texte von Eugen Eckert, der bereits zahlreiche Texte für neue, moderne Kirchenlieder schuf.
Das gut einstündige Werk, das ca. 215 Jahre nach Haydns „Schöpfung“ in zeitgemäßer Art Gottes Schöpfung preist, wurde am 8. un
d 9. Juni 2014 aufgeführt, und zwar am Pfingstsonntag in der Dreifaltigkeitskirche in Offenbach und am Pfingstmontag bei uns in der Aula des Kreuzburggymnasiums. Die gut 100 Mitwirkenden brachten das Oratorium stimmgewaltig, präzise und mit sauberer Intonation den Zuhörern in der vollbesetzten Kirche bzw. Aula zu Gehör. Einzelnen Mitwirkenden konnte man die persönliche Ergriffenheit von der Musik, dem Klang und Inhalt des Stückes anmerken. Die beiden Solisten Christian M. und Maria N. waren perfekt für ihre Rollen ausgewählt. Mit seiner weichen Tenorstimme interpretierte Christian M. die Bibeltexte in hervorragender Weise, während Maria N. in der Rolle der Prophetin oft provokativ und aggressiv hinterfragte, ob Gott dies bei seiner Schöpfung wirklich so gemeint habe. Beide Solisten brillierten durch ihren musikalischen Ausdruck und eine deutliche Artikulation. Auch einzelne Sängerinnen und Sänger aus den verschiedenen Chören übernahmen Soli: Sie trugen einleitende Texte vor oder sangen kleine solistische Passagen. Was für eine gelungene Herausforderung!
Klassische Elemente prägen genauso wie rockige Passagen die Musik des Oratoriums, das auch musikalisch in die sieben Tage der Schöpfung gegliedert ist. Der Gesang wurde von einer Band und einzelnen Orchesterinstrumenten begleitet, die zum Teil auch von engagierten Schülerinnen und Schülern gespielt wurden. Der verjazzte fünfte Tag ließ die Zuhörer trotz der Hitze von über 30 Grad auf ihren Plätzen mitswingen, und nach den Soli von Saxophon, Klavier und Trompete mussten sich die Zuschauer zusammenreißen, um wegen der Tonaufnahme nicht zu klatschen. Die Texte des Stückes rütteln auf, versöhnen, preisen Gottes Schöpfung, was Gabriel entsprechend in Musik umgesetzt hat. So gibt es ergreifende, beseelte Stellen in dem Stück, bei denen man Gänsehaut bekommt und zu Tränen gerührt ist. So etwas vermag nur Musik! An anderen Stellen wird man aus dieser Idylle wieder herausgeworfen und muss sich der Realität stellen, und auch die geht mit dissonanten und rhythmisch fordernden Klängen unter die Haut. Ein eindringliches Stück, das von den mitwirkenden Schülerinnen und Schülern in hervorragender Art dargeboten wurde.
Ich glaube, die Vereinigung der Chöre hat dem Dirigenten und Komponisten mit der wunderschönen Aufführung seines Schöpfungsoratoriums an diesem Pfingstfest ein riesiges Geschenk gemacht.
Wenn nicht der Heilige Geist selbst, so war es vielleicht ein Bote des hl. Franziskus, der in Gestalt eines kleinen Vogels, eines Stars, in der Aula verweilte und die Musik kommentierte. Zunächst zwitscherte er gegen die konkurrierenden Sänger an, die ihm scheinbar die Schau stahlen. War er nicht der STAR? Dann aber gab er sich geschlagen und musizierte mit. Er setzte seine Kontrapunkte, nicht immer auf den Schlag, aber nach und nach immer harmonischer und rhythmischer. Da ja auch seine Vorfahren von Gott erschaffen wurden, fühlte er sich zu Recht als Mitwirkender.
Nach einem kaum enden wollenden Applaus dankte die stellvertretende Schulleitern Frau Dähn besonders den Schülern für die großartigen Leistung, ihr Engagement und ihre Zeit, die sie in die Proben investiert haben, und beglückwünschte alle Mitwirkenden zu dem grandiosen Erfolg.
Manchmal lohnt es sich, an heißen Tagen nicht dem Mainstream hin zum See und kühlem Nass zu folgen, sondern ein wenig in der Aula zu schwitzen, erst recht wenn man mit einem solchen Hörgenuss beschenkt wird.
Maria Fuest
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