Auf dem Weg zur Schule der Zukunft

Was benötigen unsere Schülerinnen und Schüler, um an der digitalisierten Welt erfolgreich teilhaben zu können? Mit der Frage nach den notwendigen Kompetenzen begibt sich unsere Schule auf den Weg zu einem digital gestützten Lehren und Lernen. Zusammen mit Vertreterinnen und Vertretern der Lehrerschaft, der Schüler und der Eltern stellt der Schulleiter der katholischen Privatschule, Thomas Wolf, auf einer Pressekonferenz die Eckpfeiler des Konzepts „Lernen der Zukunft“ vor.
„Begonnen hat der Prozess bereits mit der Einführung des digitalen Klassenbuches im Schuljahr 2019/20, gefolgt von einem großen Lehrerseminar im September 2019 mit Workshops und verschiedenen Vorträgen“, berichtet Thomas Wolf. Konkret spürbar wird die Veränderung im nächsten Schuljahr mit der Ausstattung der gesamten Schülerschaft mit convertible Notebooks. Diese wird finanziert durch die Eltern über ein Mietmodell des IT-Anbieters „Mobiles Lernen“, einer Initiative der gemeinnützigen Gesellschaft AFB („Arbeit für Menschen mit Behinderung“) aus Nordrhein-Westfalen. „Es ist uns gelungen, einen Kooperationspartner zu finden, der aufgrund seines sozialen Engagements durch die Beschäftigung von Behinderten und eines nachhaltigen Konzepts gut zu dem franziskanischen Profil unserer Schule passt“, ergänzt Geschäftsführer Bernward Bickmann. Der Vertreter von „Mobiles Lernen“, Yahya Bolat, bestätigt, dass durch das IT-Remarketing ein Beitrag zur CO2-Reduktion, zur Energie-Effizienz sowie zur Ressourceneinsparung geleistet wird.
Viele kleine Schritte auf dem Weg zur Digitalisierung haben an der Kreuzburg bereits stattgefunden. Ausgestattet sind alle Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler mit eigenen Schul-E-Mail-Adressen und dem Office-365-Paket. Zudem gibt es flächendeckend WLan an der ganzen Schule, und die Klassenräume verfügen über kabellose Beamer sowie Dokumenten-Kameras.
Lobende Worte findet die Schulsprecherin Chiara Batt für das Homeschooling in der Lockdown-Phase im Frühjahr: „Durch die Nutzung des Microsoft Office-Paketes hat die Kommunikation relativ reibungslos funktioniert. Sowohl Schülerschaft als auch das Kollegium konnten in dieser Zeit ihre digitalen Kompetenzen enorm erweitern.“ Von den Schülervertreten gibt es ein klares Votum für ein digital gestütztes Lehren und Lernen. In vielen Kursen der Oberstufe nutzt fast die Hälfte aller Schülerinnen und Schüler schon heute Tablets oder Laptops, um Unterrichtsmaterialen zu bearbeiten und Lerninhalte zu dokumentieren.
Auch die Schulelternbeiratsvorsitzende Anja Sattler bestätigt von Seiten der Elternschaft die Unterstützung der Schule auf ihrem Weg zu veränderten Lernformen: „Wir haben eine Vision der Elternschaft erarbeitet, denn wir glauben, dass unserer Kinder für die Zeit nach der Schule gut vorbereitet sein müssen.“ Die Elternvertreter schätzen in diesem für ihre Kinder bedeutenden Prozess das hohe Maß an Mitbestimmung und den offenen und transparenten Austausch mit der Schulleitung und Geschäftsführung. Sattler gibt jedoch auch zu bedenken, dass bei der Ausstattung der Kinder mit mobilen Endgeräten soziale Aspekte berücksichtigt werden müssen und ein Mehrwert entstehen muss, der über den Einsatz von Büchern und Blöcken hinausgeht. Geplant ist, laut Schulleiter Wolf, ein unterrichtlicher Einsatz der Notebooks von 20 und 40%.
Gabriele Tomerius, Fachbereichsleiterin, und Philipp Bauer, Medienbeauftragter, heben hervor, dass die Digitalisierung nur ein Baustein im Rahmen der Entwicklung eines pädagogischen Konzepts ist, das auf den Grundlagen der Leitsätze der Schule basiert. Es soll alternative Lernformen ermöglichen, die auf eine personorientierte, individuelle Förderung der jungen Menschen ausgelegt sind.
Derzeit laufen zwei Prozesse parallel und bestimmen in diesem Schuljahr thematisch pädagogische Tage und Fortbildungen: Einerseits erfordert die Einführung der mobilen Endgeräte vielfältige Medienkompetenz und klare Regeln für einen verantwortlichen Umgang der Schülerinnen und Schüler sowohl im Rahmen der digitalen Kommunikation als auch mit dem Gerät selbst. Die Erstellung eines pädagogischen Konzepts beinhaltet andererseits allgemeine überfachliche Kompetenzen ebenso wie fachbezogene Kompetenzraster. „Es wird voraussichtlich fünf Jahre dauern, bis sich digital gestütztes Lehren und Lernen mit einer veränderten Lehrerrolle und dem anspruchsvollen Ziel, Lernprozesse selbst zu steuern, als Selbstverständlichkeit etabliert haben“, schließt der Schulleiter die Pressenkonferenz.


