Bericht zum Projekttreffen in Spanien
Den Bericht der Erasmus+ Gruppe zum Projekttreffen in Spanien wurde bereits auf Englisch veröffentlicht, hier nun noch die deutsche Version:
Solutions – From school dropouts to excellence. Unter diesem Titel arbeiten wir, 18 Teilnehmer der Erasmus+ AG und ein Lehrerteam um Frau Schmidt und Herrn Ritzer, seit September 2016 im Rahmen eines gemeinsamen europäischen Projektes zusammen mit Schülern aus Tschechien, Spanien, Portugal und Italien an Fragestellungen zu Schulabbruch und Jugendarbeitslosigkeit: Welche Ursachen und Risikofaktoren von Schulabbruchgibt es? Welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten in Umfang und Ausmaß von Schulabbruch und Jugendarbeitslosigkeit gibt es in den Projektländern und an unseren Schulen und welche Strukturen können wir dort schaffen, um Schulabbruch zu verhindern und Zukunftschancen zu fördern? Neben der methodischen und inhaltlichen Arbeit steht in diesem internationalen Projekt der sprachliche und kulturelle Austausch im Vordergrund und natürlich sind es die vier Projekttreffen in den Teilnehmerländern, die für uns Schüler die Highlights des Projektes darstellen.
Endlich war es so weit. Gemeinsam mit unseren betreuenden Lehrkräften, Frau Grimm und Herr Müller, machten sich 9 Schüler unserer AG vom 13.02.2017 – 17.02.2017 auf den Weg ins spanische Albaida an die Schule IES Segrelles. Albaida ist eine Kleinstadt in der Region Valencia, und liegt nur einen Steinwurf von unserer spanischen Partnerschule in Ontinyent entfernt.
Nachdem wir am Montag, nach unserer Ankunft, von unseren Gastfamilien in Empfang genommen wurden, standen wir am nächsten Morgen endlich den anderen Projektteilnehmern in Person gegenüber. Obwohl wir die anderen Projektteilnehmer zuvor in gemeinsamen monatlichen Videokonferenzen und teilweise in einzelnen Skypechats kennengelernt hatten, war es das erste Mal, dass wir uns als gemeinsame Gruppe trafen. Zweifel an gelingender Kommunikation wegen der unterschiedlichen Englischsprachniveaus wurden nach den ersten Kennenlernspielen in Kleingruppen schnell zerstreut. Nach weiteren Kooperationsspielen in großer Runde und einer Schulhausführung durch die spanischen Schüler begannen wir mit der eigentlichen Projektarbeit. Jede Schule präsentierte die Ergebnisse ihrer Recherchearbeit zum Thema Schulabbruch für ihren lokalen, regionalen und nationalen Kontext, die in den Wochen zuvor in einer Internetrecherche, einem Webquest und einem umfangreichen und eigens für den jeweiligen Schulkontext entwickelten Fragebogen zu Schulabbruch erarbeitet worden war. So entwickelten wir für die Kreuzburg mithilfe unseres Schulpsychologen Herrn Süß, als Experten für statistische Methodenarbeit, einen Fragebogen, in dem 140 Schüler der 9ten und 11ten Klassen zu ihren Einstellungen zum Thema Schulabbruch befragt wurden.
Nun wurden die Ergebnisse entweder in Form einer PechaKucha (japanische Präsentationsform, die als formalen Rahmen 20 Folien, zu denen 20 Sekunden referiert wird, vorgibt) oder einer klassischen PowerPoint Präsentation vorgetragen. Wir entschieden uns für eine klassische Präsentationsform, um der Komplexität des Themas mit Graphiken und Statistiken gerecht zu werden. Durch die Vorträge wurde uns bewusst, wie unterschiedlich die Situation in den einzelnen Schulen ist und welche Bedeutung das Projektthema, gerade für südeuropäische Länder, in denen bis zu 59% aller Jugendlichen die Schule ohne einen Schulabschluss beenden, hat.
Neben der Projektarbeit kamen aber auch Einblicke in die lokale Kultur nicht zu kurz: nach einer traditionellen Paella zum Mittagessen, bekamen wir von den spanischen Schülern ihren Heimatort Albaida gezeigt. Wir haben die Kirche besichtigt und wurden anschließend beim Bürgermeister empfangen. Dieser hat uns herzlich begrüßt und uns dabei empfohlen das Puppenmuseum in Albaida anzuschauen, was wir dann auch gemacht haben. Die Puppen sahen etwas gruselig aus, waren aber sehr gut gemacht. Mit dem Ende des offiziellen Tagesprogramms gab es nun ausreichend Möglichkeit, um sich mit den anderen Projektteilnehmern, besonders den spanischen, zu treffen und auszutauschen.
Am Mittwoch stand ein Tagesausflug nach Valencia, der Regionalhauptstadt der gleichnamigen Provinz, auf dem Programm. Zunächst erhielten wir eine exklusive Führung durch das Regionalparlament von dessen Vorsitzenden, der die Tour durch das imposante Gebäude mit interessanten Insiderinformationen bereicherte. Nach der Besichtigung der Catedral de Santa Maria de Valencia hatten wir den Nachmittag Zeit, um die Stadt in Kleingruppen zu erkunden.
Für den letzten Tag stand erneut Projektarbeit auf dem Programm. Um die spanischen Schüler der IES Segrelles auf das Thema Schulabbruch und unser Projekt aufmerksam zu machen, entstand die Idee, unser Erasmus+ Projektlogo großflächig an die Schulwand zu sprayen. Dabei war es schön als Erinnerung an die tolle Zeit hier in Spanien, auch der spanischen Schule eine Erinnerung an uns und unser Projekt zu hinterlassen.
Vor dem Ende des Treffens bekamen wir noch einen Vorgeschmack auf die kommenden Projekttreffen, als alle Schulen in einer Country Exhibition ihre Regionen durch verschiedene typische Produkte der Region und ihre Schulen durch Promotion Videos vorstellten. Beides machte Geschmack auf mehr, und bei der Feier am letzten Abend wurde uns klar, dass diese zwar einen Schlusspunkt unter das Projekttreffen in Spanien setzte, aber doch nur ein Doppelpunkt für die weitere gemeinsame Arbeit im Projekt ist.
Fotos vom Aufenthalt in unserer Galerie.
