Der “Moritz Daniel Oppenheim-Abend” an der Kreuzburg
Am Donnerstagabend, den 07.11.2024, fand am Franziskanergymnasium Kreuzburg in Großkrotzenburg „Ein Abend mit Moritz Daniel Oppenheim“ statt. Jene Veranstaltung verschrieb sich dem regionalen Maler, welcher der jüdischen Gemeinde Hanau angehörte und über deren Grenzen zu internationalem Ruhm gelangte. Die Schülerinnen und Schüler haben sich im Rahmen der diesjährigen Projektwoche erneut intensiv mit dem jüdischen Leben in Frankfurt und Hanau sowie vorab der aktuellen Situation in Israel auseinandergesetzt. Hierzu besuchten sie unter anderem das Jüdische Museum in Frankfurt und erhielten eine Führung in der jüdischen Gemeinde Hanau und über den jüdischen Friedhof in Hanau.
Am Abend wurden die Projekte und deren Ergebnisse aus dieser Zeit präsentiert. So entstanden z.B. Präsentationen, die sich der Biografie und dem Werk jüdischer Physiker widmeten. Andere Gruppen haben sich mit den Auschwitz-Prozessen und Fritz Bauer auseinandergesetzt und haben inspiriert durch die Großkrotzenburger Stolpersteine eigene „Stolpersteine“ gestaltet, die mit Motiven des jüdischen Lebens bemalt wurden. Mit Blick auf moderne Medien wurde die Serie „Die Zweiflers“ analysiert. Hierzu wurden die Charaktere und Schauplätze genauer begutachtet. Bildgewaltig waren die Fotodokumentation Jüdischen Lebens am Beispiel von jüdischer Gemeinde und jüdischem Friedhof sowie Bernadette Fishers Bühneninszenierung zur Atmosphäre bei den Sonntagsmusiken der Familie Mendelssohn. Dass sich Geschichte und moderne Medien keinesfalls ausschließen, zeigte das von Schülerinnen und Schülern entwickelte Instagram-Profil der Bankiersfamilie Rothschild auf eindrucksvolle Weise. In verschiedenen Klassenzimmern stellten die Gruppen ihre Projektergebnisse aus und standen den interessierten Besucherinnen und Besuchern Rede und Antwort. Corinna Bock, die zusammen mit Bernadette Fisher durch den Abend leitete, zeigte sich begeistert von der Vielfalt der entstandenen Ergebnisse: „Es ist beeindruckend, in welch kurzer Zeit sich die Schülerinnen und Schüler in die komplexe Zeit der jüdischen Emanzipation eingearbeitet haben. Für das Gelingen standen ihnen nur wenige Tage zur Verfügung. Dass sie wie selbstverständlich ihre Arbeitsergebnisse einem großen Publikum präsentiert haben, ist ein großer Lernerfolg, den wir künftig auch weiteren Schülerinnen und Schülern ermöglichen werden.“
Das Herzstück der Projektwoche bildete der Dokumentarfilm „Moritz Daniel Oppenheim macht Schule“, der von Isabel Gathof, einer Hanauer Filmproduzentin und Alumna der Kreuzburg, realisiert wurde. Leider konnte Isabel Gathof am heutigen Präsentationsabend nicht teilnehmen, da sie sich in Rom befand und dort auf den Spuren Oppenheims wandelte. Sie sendete der Kreuzburg eine Videobotschaft, welche sie vor Oppenheims Lieblingscafé, dem Antico Caffè Greco in Rom nahe der Spanischen Treppe zeigte. Sie betonte abermals: „Ich freue mich sehr darüber, dass die Kreuzburg das Thema meines Films in ihr schulisches Curriculum aufgenommen hat. Mich berühren die inhaltliche Tiefe und die Begeisterung der Klassen, mit der sie sich mit dieser ihnen doch fremden Zeit und Kultur auseinandergesetzt haben.“
Der Abend stieß sowohl bei den Schülerinnen und Schülern als auch bei unseren zahlreichen Gästen auf großes Interesse und wusste die Anwesenden zu begeistern. Corinna Bock hat die Projektwoche federführend mit Bernadette Fisher und einem Dutzend weiterer Kolleginnen und Kollegen organisiert und vorbereitet.

