Die Klasse 9c und eine wunderbare „Notlösung“ in Heidelberg
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Bereits im März dieses Jahres hatte die PoWi-Lehrerin der Klasse 9c, Petra Bauer, begonnen, den Ausflug zur Fa. Daimler in Rastatt zu organisieren. Man hatte im ersten Halbjahr das Thema „Unternehmen als wirtschaftliches und soziales Aktionszentrum“ behandelt und nun sollten die SchülerInnen in der Praxis etwas über Produktion und Lagerhaltung, Just-in-time-Anlieferung und vieles mehr erfahren.
Ein Bus war bestellt, ein kurzer Abstecher in Heidelberg war vorgesehen und die Klassenlehrerin, Maria Fuest, sollte mit dabei sein.
Niemand hatte während der Planungsphase daran gedacht oder geahnt, dass an jenem Freitag, d. 4. Juli ab 18.00 Uhr das Viertelfinalspiel Deutschland – Frankreich ausgetragen werden sollte. Unsere Rückkehr war für 19.00 Uhr geplant.
War es Fügung oder Schicksal, dass um die Mittagszeit des 3. Juli mehrfach der Name der besagten PoWi-Lehrerin von der Schulsekretärin, Frau Kümmel, ausgerufen wurde mit der Bitte, sich ganz schnell im Sekretariat zu melden. Kollegen fragten bereits, ob Frau Bauer etwas angestellt habe….. Es stellte sich jedoch schnell heraus, dass ein Anruf von Daimler aus Rastatt die Ursache war. Die Besichtigung musste abgesagt werden, da die Produktion unplanmäßig stillstehen musste.
Was tun? Den Ausflug absagen? Vertretungsunterricht war bereits organisiert, der Bus bestellt und unsere SchülerInnen auf Ausflug eingestellt. Schnell war klar, dass umdisponiert werden musste und so nahmen wir Heidelberg und eine kurzfristig von Maria Fuest organisiert Schlossbesichtigung ins Visier.
Heute können wir sagen, dass unsere spontane Notlösung ein voller Erfolg war, denn einem jungen Studenten ist es gelungen, unseren Schülerinnen und Schülern eine Schloßführung zu bieten, die nicht zu toppen war. So erfuhren wir vieles über die verschiedensten Kurfürsten im protestantischen Heidelberg, über den Westfälischen Religionsfrieden, über die verschiedensten im Schloss vereinten Stilrichtigungen und einiges mehr. Interessant zu erfahren war zum Beispiel, dass jedes Jahr über hundert Hochzeiten im Schloss gefeiert werden und dass insbesondere Japaner dieses Ambiente lieben.
Während der anschließenden Besichtigung der Heidelberger Altstadt kamen die SchülerInnen dann endgültig auf ihre Kosten, denn Shoppen und Mittagessen waren angesagt.
Im Übrigen konnte spätestens in der Altstadt jede/r feststellen, dass Heidelberg nicht nur von Japanern, die teilweise mit Mundschutz herumliefen, übervölkert wird, sondern auch eine Studentenstadt ist und so manche/r unserer SchülerInnen begann mit dem Gedanken zu liebäugeln, vielleicht in Heidelberg zu studieren.
Spätestens als wir um 14.00 Uhr wieder alle im Bus saßen und die Heimreise antraten war klar, dass das Viertelfinalspiel nicht ohne uns vor dem heimischen Fernsehapparat oder beim Public Viewing stattfinden würde und die meisten von uns waren so richtig froh, dass an diesem Tag die Produktion in Rastatt stillgestanden hat.
Petra Bauer
