Fataler Sprung in unbekannte Gewässer – Leben mit Handicaps

Unter dem Motto „No risk – no fun?“ fanden im Rahmen der Projektwoche der 8. Klasseng zwei Workshops zum Thema „Querschnittlähmung“ statt.
Die DSQ – Deutsche Stiftung Querschnittlähmung – hat eine Präventionskampagne zur Reduzierung von Querschnittlähmungen gestartet. In diesem auf mehrere Jahre angelegten Projekt stehen die Informationen über Risiken bei sportlichen Aktivitäten im Vordergrund. Besonders hebt die DSQ dabei das Risiko beim Schwimmen hervor; in diesem Zusammenhang wird vor allem der leichtsinnige Sprung in unbekannte Gewässer genannt. Ziel der Kampagne ist es, auf solche Risiko- und Gefahrenquellen aufmerksam zu machen und die Jugendlichen entsprechend zu sensibilisieren. Damit soll die Rate der Unfallopfer in den nächsten Jahren gesenkt werden.
Im vom Frankfurter Inklusions-Sportverein e.V. durchgeführten Workshop erhielten die Schülerinnen und Schüler der achten Jahrgangsstufe zunächst in einem Theorieteil von den Workshopleiterinnen Lisa-Marie Gay und Charlene Müller grundlegende medizinische Informationen über Querschnittlähmung und deren Folgen sowie über das Zusammenspiel von Nerven, Muskulatur und Organen. Eine Statistik veranschaulichte die Ursachen von Querschnittlähmungen. Ebenso wurde die medizinische Weiterentwicklung von Hilfsmitteln betrachtet und dabei insbesondere das Exoskelett (mechanische, elektromotorisch bewegte Gehgestelle) als Möglichkeit des Wieder-Laufen-Lernens erläutert.
Danach hatten die Lerngruppen in einem Praxisteil die Gelegenheit, sich aktiv in ein Leben mit Handicaps einzufühlen. Nachdem den Jugendlichen gemeinsam mit einer betroffenen Person die Technik des Rollstuhlfahrens gezeigt wurde, durften sie diese selbst bei einer Runde um die Schule ausprobieren. Anschließend spielten sie in den „Rollis“ auf dem Schulhof Wheel-Soccer und rollten für einen Staffellauf um die Wette. In einer weiteren Übung zur Schulung des Empathievermögens in einer Sinnessimulation konnten die Achtklässler:innen zudem selbst erfahren, wie es ist, blind bzw. blind und querschnittgelähmt zu sein.
In der Abschlussrunde des Workshops berichtete Ansgar Steitz eindrucksvoll und offen über sein Schicksal, seinen Alltag sowie seine Erfahrungen als Rollstuhlfahrer. Die Jugendlichen hörten sehr interessiert zu und stellten viele Fragen über Ansgars Leben im Rollstuhl. Während der Gespräche wurde schnell klar, dass jegliches Leben, auch mit einer Behinderung, lebenswert ist. Die Schülerinnen und Schüler drückten viel Wertschätzung und Respekt gegenüber Menschen mit Handicap aus und betonten, dass sie sich dank des Workshops nun etwas besser vorstellen können, was es heißt, im Rollstuhl sitzen zu müssen oder blind zu sein.


