
Wer heute 40 Jahre alt ist, hat seit seinem Schulabschluss viele Dinge lernen müssen, die er in der Schule nicht lernen konnte – weil es diese Dinge vor 20 Jahren noch gar nicht gab. Die besten Beispiele dafür sind der Computer und das Internet, die aus unserem Alltag heute nicht mehr wegzudenken sind.
Das Internet macht einen riesigen Wissensschatz schnell und für jeden zugänglich, aber die Informationsdichte ist so groß geworden, dass es nicht immer leicht ist, relevante Informationen zu finden, die richtigen auszuwählen oder sich auf das, was zur Erledigung einer Aufgabe nötig ist, zu beschränken.
Durch die rasante technische Entwicklung und Globalisierung wird es immer wichtiger, bereits in der Schule zu lernen, wie man sich ein Thema selbst erarbeitet, Probleme löst, Arbeitsprozesse plant, fächerübergreifend denkt und für das eigene Lernen Verantwortung übernimmt.
Die Fähigkeit, immer wieder neue Kompetenzen zu erwerben, die eigenen Talente zu erkennen und einzubringen, sich neuen Herausforderungen zu stellen, aus Fehlern zu lernen und alternative Lösungswege zu finden, zeichnet Menschen aus, die sich in der (Arbeits-)Welt des 21. Jahrhunderts gut zurechtfinden werden.
Im Freien Lernbereich der Jahrgangsstufe 8 soll mit dem Thema „Eigenständiges ForscherJahr“ (=EFJ) genau dies angesprochen werden. Durch die selbstständige Wahl eines Forschungsthemas können Schüler und Schülerinnen ihren Interessen nachgehen und sie weiter ausbauen, sie lernen, sich über ein Schuljahr hinweg selbstständig zu organisieren sowie ihre Erkenntnisse zu verschriftlichen und zu präsentieren. Begleitet werden sie dabei durch Lehrkräfte der Kreuzburg, jedoch steht die Eigenverantwortung im Vordergrund.
Deswegen ist der Unterricht im Freien Lernbereich der Jahrgangsstufe 8 so organisiert, dass er sowohl über das Schuljahr verteilt aus fünf „Plenumspräsenzterminen“ als auch aus „Beratungsterminen“ besteht.
In den Plenumsstunden geht es beispielsweise darum, wie ein Forschungsthema gefunden und formuliert werden kann, wie man recherchiert und wie man präsentiert.
Diese Fähigkeiten werden in Lerngruppen von 30 Schülern besprochen. Diese Lerngruppen werden nach Interessenschwerpunkten gebildet.
Für besonders interessierte Schüler und Schülerinnen gibt es den „Intensivkurs“, welcher durch die Hochbegabungsbeauftragten des Franziskanergymnasiums Kreuzburg, Frau Plackinger und Frau Heisler-Wiegelmann, betreut und durch Studenten der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt unterstützt wird.
Ergänzend zu den Plenumsterminen hat jeder Schüler die Möglichkeit, an drei 20-minütigen individuellen Beratungsterminen mit seiner betreuenden Lehrkraft teilzunehmen.
Die Stunden für das Eigenständige ForscherJahr liegen am Nachmittag. Wenn die Schüler und Schülerinnen weder zu einem Plenumstermin noch zu einem Beratungstermin an die Schule müssen, können sie selbstständig zu Hause arbeiten.
Dies stellt eine gewisse Herausforderung an das Organisationsvermögen des Einzelnen dar. Die Schüler erhalten aber eine gute Hilfestellung durch den sogenannten „Forscherordner“, den jeder zu Beginn des Schuljahres erhält. Im Organisations-, Methoden- und Beratungsteil kann vieles selbstständig nachgelesen werden.
Präsentiert werden die Ergebnisse an einer Forscherbörse, welche vor den Sommerferien stattfindet. Besonders gute Ergebnisse werden ausgezeichnet und durch einen besonderen Ausflug belohnt.
Am Ende des Eigenständigen ForscherJahres erhalten alle Schülerinnen und Schüler eine Rückmeldung über ihr Ergebnis und ihren Arbeitsprozess über ein Portfolioblatt.
Erarbeitet wurde das Konzept für den Freien Lernbereich 8 durch Anna Theresa Cibis, Evelyn Fischbach, Matthias Helb, Christiane Mikešić-Golz, Stefanie Plackinger, Melanie Schüttler und Yvonne Wallisch.
Verantwortlich für die Organisation ist Karolin Schulz (Pädagogische Stufenleitung für die Jahrgangsstufen 7 und 8).

