Jugend debattiert – Wettstreit, Engagement, Chance

Ein Bericht von Jean Pierre Z.:
„Auf einem Thema herumreiten“ – darum ging es wortwörtlich bei dem Finale von „Jugend debattiert“ am Montag, dem 30.01. bei uns in der Aula. Die Fragestellung: Sollte das Reiten als Leistungssport verboten werden?
Wochenlang, in anderen Deutschkursen teilweise monatelang, wurden die Kontrahenten auf diesen Tag vorbereitet. Kursintern wurde debattiert und sich fast schon duelliert, wer in die Qualifikationsrunde eine Woche vor dem Finale kommt. In dieser Qualifikation entschied sich, wer am Ende im Schulfinale landet. Auf der Pro-Seite – also aufseiten der Befürworter der Frage – standen Laura L. (Pro 1) und Fabian B. (Pro 2); auf der Kontra-Seite – also aufseiten der Gegner der Frage – standen Hannes S. (Kon 1) und Anika M. (Kon 2).
Begonnen wird die Debatte traditionell mit der zweiminütigen Eröffnungsrede von Pro 1. Alle anderen Positionen haben danach ebenfalls jeweils zwei Minuten Zeit, entweder auf die vorangegangenen Reden einzugehen oder andere Argumente in Umlauf zu bringen. Nach den Eröffnungsreden folgt die freie Aussprache, bei der die Debattanten 12 Minuten Zeit haben, sich über das Thema auszutauschen, ja sogar hitzig zu streiten. Alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen hatten sich eine Woche lang intensiv speziell auf diese Debatte vorbereitet. So bekamen die Zuschauer eine abwechslungsreiche und sehr sachliche und ausgeglichene Debatte präsentiert.
Man hat deutlich gemerkt, dass jeder andere Stärken hat. Während Laura L. sehr diplomatisch unterwegs war, zeigte sich Anika M. eher emotional, präsentierte allerdings sehr gut, dass sie vom Fach ist. Auch Fabian B. zeigte eine starke Debatte, er baute seine Argumente logisch auf und gab sich das eine oder andere Mal als Mathe-Leistungskursler zu erkennen, wenn er auf seine gewiefte Art eine Gleichung einbaute. Wortgewandt und mit vielen rhetorischen Mitteln präsentierte sich Hannes S. und zeigte ein weiteres Mal, welch umfassendes Wissen er über die aktuelle Gesetzeslage hat. Gut paraphrasiert, um sich zwischenzeitlich nicht in die Enge treiben zu lassen, brachte die Kontra-Seite einen Kompromiss ein. Man solle doch, anstelle den Reitsport aus dem Leistungssport zu verbannen, lieber eine Verpflichtung zum Reitführerschein als Bestätigung dafür einführen, dass die Reiter den Umgang mit dem Pferd abseits vom Reiten erlernt hätten. Die Debatte drehte sich viel um die Vorfälle von Pferdedoping bei Turnieren und auch um den bekannten Vorfall, bei dem im Modernen Fünfkampf eine frustrierte Reiterin ihr völlig erschöpftes Pferd schlug. Am Ende der Debatte bekam jeder der Debattanten eine Minute Zeit, in einer Schlussrede ein Fazit zu ziehen und zu begründen, warum die anfängliche Meinung beibehalten wurde, oder warum sie sich vielleicht sogar gewandelt hatte.
Nun möchte ich aber nicht länger ein Geheimnis daraus machen, wer unsere Schule am 09.02. im Regionalwettbewerb „Jugend debattiert“ vertritt: Die Sieger des diesjährigen Schulfinales an unserer Schule sind auf Platz zwei Annika M. und auf Platz eins Hannes S.
Im Namen aller gratuliere ich euch hiermit offiziell zu diesem Erfolg und wünsche Euch weiterhin gutes Gelingen.
Des Weiteren möchte ich allen Teilnehmern an der Debatte für ihr Engagement sowie der Jury – bestehend aus Herrn Esche, Frau Rupietta und Frau Probst – danken.
Ganz besonders – und da spreche ich für alle – möchte ich jedoch Frau Neuberger danken, die den Wettbewerb jedes Jahr aufs Neue an unserer Schule veranstaltet und ohne die das gar nicht möglich gewesen wäre.

