Kleiner, aber feiner literarischer Abend:
Saskia Hennig von Lange las zum zweiten Mal an der Kreuzburg.
Saskia Hennig von Lange, eine ehemalige Kreuzburgschülerin, ist inzwischen eine feste Größe in der deutschen Gegenwartsliteratur. Am Abend des 16. April 2015 war sie zum zweiten Mal in der Bibliothek ihrer alten Schule, um ihr zweites Buch, den Roman „Zurück zum Feuer“, vorzustellen.
In ihm geht es um Liebe (und ihr Ende), um Tod (der auch Legenden ereilen kann) und um das alte, verlassene Haus von Max Schmeling in der Nordheide. Dort ist die Boxlegende gestorben; dort versucht ein junger Immobilienhändler viele Jahre später hineinzukommen, um es für den Verkauf aufzunehmen, und verliert sich ganz tief in ihm (und in sich). Und gleichzeitig versucht seine Frau zu Hause ein eigenes Leben ohne ihn und kommt dabei zu einer sehr radikalen Lösung.
Diese Handlungsstränge sind kunstvoll ineinander verwoben und wurden in Auszügen von der Autorin eindrucksvoll vorgetragen, auf eine ganz eigene und fast schon musikalische Weise, die nachher im Gespräch mit dem Publikum auch immer wieder gelobt wurde. Und weil dieses Gespräch so einen intimen Charakter hatte, ließ Saskia Hennig von Lange auch einige Details aus ihrem Schreibleben und aus ihrer Vergangenheit durchblicken, die sie woanders bestimmt nicht erzählen würde.
So könnte es also sein, dass wir sie zum nächsten Buch, das bereits im Entstehen ist, wieder an der Kreuzburg begrüßen dürfen.
Joachim Schieb (Fachsprecher Deutsch)

