Montagsimpuls in der 3. Adventswoche
„Nun tragt eurer Güte hellen Schein, weit in die dunkel Welt hinein“ – gütig sein
Lied: „Wir sagen euch an den lieben Advent“ Str. 3
Geschichte
Es war an einem Tage kurz vor Weihnachten. Ich machte einen Rundgang durch ein Altenheim. Zu dem Zimmer eines alten Herrn, der alleine für sich wohnte, war vor einer Viertelstunde noch die Paketpost heraufgekommen. Darum wunderte ich mich nicht, dass auf mein Klopfen zunächst keine Antwort kam. „Aha, das Weihnachtspaket!“ dachte ich. Tatsächlich, als es endlich hieß: „Herein!“ stand der alte Herr vor dem Tisch und stocherte in dem eben geöffneten Paket.
Man sah auf den ersten Blick, dass es ein reiches Paket war. Später hörte ich, dass die Absenderin, die Tochter des alten Herrn, eine reiche Geschäftsfrau war.
Damals litten alle Leute Not und Mangel. Es war die Hungerzeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Doch in diesem Paket sah man Zigarren, Tabak, Cognac, Rotwein, gefütterte Schuhe, warme Sachen – alles was man sich ersehnen konnte.
Der alte Herr aber machte zu all dem nur ein mürrisches Gesicht. Kein Fünkchen Freude war zu sehen. „Aber, Herr Maier“, sagte ich jetzt, „wie kann man vor solch einem Weihnachtspaket solch ein trauriges Gesicht machen? Da ist doch alles Gute drin!“ Da sah mich der alte Herr an und sagte: „Da ist keine Liebe drin!“
Dann begann er von der reichen Tochter zu erzählen. Sie hatte das Paket von den Angestellten packen lassen. Sie hatte eine billige, vorgedruckte Weihnachtskarte geholt und darunter geschrieben: „Deine Tochter Luise und Schwiegersohn“. Sonst nichts, kein persönlicher Weihnachtswunsch, kein Besuch, keine Einladung: „Feiere das Fest mit uns!“.
Die bestens ausgesuchten Geschenke waren Stück für Stück noch mit den Preisschildern versehen, damit der alte Vater merken sollte, was man für ihn ausgegeben hatte. Er hatte recht: „Es ist keine Liebe darin!“
Die schönsten und reichsten Geschenke sind nichts wert und können keine Freude machen, wenn keine Liebe darin ist.
(aus: Willi Hoffsümmer: Kurzgeschichten 2 (1987), S. 16)
Gedanken
Wenn ich tausend Sachen überdurchschnittlich gut könnte: wenn ich viele Sprachen sprechen könnte, wenn ich alle Menschen von meinen Ideen überzeugen könnte, wenn ich damit Berge versetzen könnte, hätte aber keine Liebe in mir, dann wäre das alles wertlos. Und wenn ich die teuersten Geschenke machen könnte, doch mein Herz wäre nicht dabei – es wäre ein leeres Geschenk, wie in der Geschichte. Liebe und Güte jedoch sind mehr wert als alles andere.
Impuls
Was verschenkst du denn in diesem Jahr? Hast du dir schon Gedanken darüber gemacht? Das war ja letzte Woche unser Impuls.Heute wollen wir euch einladen, „Güte und Liebe“ zu verschenken. Wir möchten euch nochmals an die Aktion „Herzenspost“ erinnern, die uns die Klasse 9d vorgestellt und ans Herz gelegt hat. „Heutzutage ist es eher selten, dass man sich bewusst hinsetzt und zu Papier und Stift greift, um anderen eine Freude zu machen. „Herzenspost“ ist perfekt dafür geeignet, mit einer kleinen Arbeit eine große Freude zu verteilen. Es geht darum, mit einem kurzen Text, einem motivierenden Spruch oder einem schönen Gedicht, einem Liedtext oder ein paar persönlichen Worten kranken oder alten Menschen und vor allem Obdachlosen eine Freude zu machen.“ So erklärte es uns die Klasse am 1. November im Gottesdienst.
Seitdem steht der Briefkasten für die „Herzenspost“ bei den elektronischen Vertretungsplänen. Immer wieder haben Schülerinnen und Schüler und auch Eltern dort Grüße eingeworfen. Es wäre schön, wenn Ihr euch in dieser Woche als Klasse, Kurs oder auch als Einzelpersonen an dieser Aktion beteiligen würdet.
Vater unser
Segen
Segne du meine Tage,damit ich sensibel bleibe für deine Nähe
und auch im Lichterglanz und Gedränge
weihnachtlich geschmückter Einkaufsstraßen
nicht übersehe,
wo DU mir hier und heute entgegen kommst,
und wie ich dich an andere weitergeben kann.
nach: Hannelore Bares
(auf: https://www.spurensuche.de)

