Morgenimpuls, Montag, 17. März – „Staunen“
Aus dem Leben von Franziskus –
Franziskus hatte eine Klosterzelle bei der kleinen Kirche Santa Maria degli Angeli in der Nähe von Assisi. Dort stand ein Feigenbaum und auf demselben saß eine Grille, die ihn öfters durch ihre Stimme zum Lob Gottes angeregt hatte. Wenn er sie rief, kam sie sogleich auf seine Hand geflogen, und wenn er sie aufforderte, Gott zu loben, dann fing sie sogleich zu schwirren und zu zirpen an. Endlich gab er ihr „Urlaub“ und sie flog davon, ohne sich mehr sehen zu lassen. Alles, was in der Natur draußen lebte, schwebte und blühte, das liebte er. Darüber freute sich Franziskus so sehr, dass er Gott dafür dankte und lobte. Keinen Wurm wollte er zertreten, und wenn die Brüder im Garten und Feld etwas abschnitten, so bat er sie, sie möchten doch irgendwelche Blümlein und Kräutlein stehen lassen. Sie sollten an Gott erinnern. So staunenswert war für Franziskus die ganze Welt.
Impuls:
In der Schule gibt es so viel zu lernen. Bei der Arbeit ist so viel zu tun. Jeder Tag fordert uns heraus, unsere Aufgaben zu erfüllen. Der Stundenplan und die Kalender sind dicht gefüllt. Das ist ja gut so, dass wir so etwas leisten können. Allerdings verweilen wir zu selten. Wir laufen von einem zu anderen. Wir schauen nicht mehr genauer hin. Wenn ich das Kleine wahrnehmen will, muss ich langsamer werden, mich bücken und klein machen, die Augen zusammenkneifen, um besser zu sehen. Dann kann ich vielleicht mehr entdecken. Vielleicht kann ich dann sehen, wie schön ein einzelnes Gänseblümchen, eine Knospe, eine erster Marienkäfer ist. Wer genau hinschauen kann, wird das Staunen lernen können.
„Übung“:
Schatzsuche
Greif dein Handy, smartphone oder iPhone, stelle deine Kamera auf „Makro“! Gehe auf „Schatzsuche“! Schau einmal ganz bewusst auf das Kleine, das Du sonst übersiehst: ein erstes Blatt, eine erste Blume, das erste Lächeln des Tages…. Mache ein Foto davon und schicke es an: info@fbw.kreuzburg.de Dann können andere mit Dir zusammen staunen.
Gebet
Gott,
öffne meine Augen und lass sie den Reichtum deiner Schöpfung entdecken.
Beglücke mich mit den Farben und Formen der Natur.
Mache mein Herz weit,
dass die Dankbarkeit empfinde, auf dieser Erde leben zu dürfen.
Lass mich staunen und spüren,
dass du, der verborgende und unsichtbare Gott, mich durch die Schöpfung anschaust.
Amen
(nach Helmut Schlegel ofm)

