„Motor der Demokratie“ – Lehrer der Kreuzburg bei der Philhellenia 2014
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Rund 450 Schüler aus ganz Hessen versammelten sich am 09.07.2014 in Frankfurt am Heinrich-von-Gagern-Gymnasium, um ihrer Philhellenia, ihrer Liebe zur Sprache Griechisch und der antiken griechischen Kultur, nachzugehen. Zwei Lehrer der Kreuzburg, die auch im Fach Griechisch ausgebildet sind, nahmen daran teil. Gerd Kohlmetz bereicherte den „Griechisch-Tag“ mit einem Vortrag über „Olympias“, den Nachbau einer Triere (Dreiruderer), die ein Schiff der athenischen Kriegsflotte war.
In einer eindrucksvollen Präsentation verstand es Gerd Kohlmetz, sein wissbegieriges Publikum einerseits über die antiken Hintergründe (archäologisch gesicherte Daten zu Trieren und antike Textquellen, die sich mit diesem Schifftyp beschäftigen), andererseits über das geniale Projekt der University of Cambridge aus den Jahren 1984-1996, eine Triere in den Originalmaßen möglichst mit originalem Material zu rekonstruieren, zu informieren.
Sicherlich kann man Gerd Kohlmetz als ausgewiesenen Fachmann für dieses Thema bezeichnen, denn er selbst war als Student an diesem Projekt beteiligt und absolvierte nach der Fertigstellung des Baus der Triere mehrere Fahrten als Mitglied der Rudermannschaft in griechischen Gewässern.
In seinem Vortrag erläuterte Gerd Kohlmetz auch ausführlich die politische Dimension der Trierenruderer unabhängig von militärischen Einsätzen im antiken Griechenland: Bei den Rudermannschaften handelte es sich nicht, wie man beispielsweise in manchen Filmen den Eindruck gewinnt, um „Rudersklaven“, sondern um Männer aus der ärmsten Schicht der freien athenischen Bürger, die von Jugend an für diese Tätigkeit trainiert und bezahlt wurden. So wurden die Ruderer (immerhin 170 Mann pro Triere – und Athen verfügte über ungefähr 200 Trieren!) schließlich gewissermaßen zum Motor der attischen Demokratie, da sie aufgrund ihrer Bedeutung für die ökonomische Macht Athens an der politischen Willensbildung teilhatten!
