Nicht nur die Leistungsnoten zählen – Bericht zum diesjährigen Abitur
Als vor acht Jahren der jetzige Abiturjahrgang eingeschult wurde, verglich Bruder Stefan Federbusch ofm die Schüler im Einführungsgottesdienst mit Noten. Er meinte dabei nicht die Noten, die für schulische Leistungen vergeben werden und an die man deshalb an einer Schule meistens denkt, sondern musikalische Noten. Jeder der Fünftklässler sei eine eigene, ganz besondere Note, die im Laufe der Schuljahre mit den anderen zu einer Melodie zusammen wachsen sollen – mal mehr, mal weniger harmonisch. Dieses Bild griff Bruder Michael Blasek ofm im Gottesdienst zur Verabschiedung der diesjährigen Abiturienten wieder auf. Aber nicht er predigte darüber, sondern zum ersten Mal in der Geschichte der Kreuzburg übernahm ein Schüler das Predigtamt. Abiturient Maximilian Rupp fragte, welche Melodien wohl am meisten in den Erinnerungen bleiben werden, und er beantwortete die Frage damit, dass es wohl die sein würden, bei denen man sich als Schüler auf andere eingelassen hat.
Er zählte dazu einige soziale Eigenschaften auf, die Schulleiter Thomas Wolf in seiner Rede in der sich an den Gottesdienst anschließenden akademischen Feier mit Abiturübergabe ebenfalls als wichtig hervorhebt. Solche sozialen Kompetenzen mitzugeben, betonte Thomas Wolf, sei gemäß den Leitlinien der Kreuzburg ein vorrangiges Ziel der Schule. Entsprechend den Grundsätzen einer christlichen Schule soll den Schülern dabei auch vermittelt werden, dass es jemanden gibt, der sie auf ihrem Weg stets begleiten wird.
Studienleiter Thomas Schreiber nannte die Daten und Fakten zum diesjährigen Abitur und betonte, dass hinter all diesen Zahlen einzelne Schüler stehen und er sich gut, an die unterschiedlichen Reaktionen bei der Bekanntgabe der mündlichen Abiturergebnisse erinnert. Während die einen in Jubel ausbrachen, floss bei anderen unter Umständen auch eine Träne, weil nicht ganz die erhoffte Leistung erreicht wurde.
Von 130 Schülern haben in diesem Jahr 125 die allg. Hochschulreife und 5 den schulischen Teil der Fachhochschulreife erreicht. Der Notendurchschnitt beträgt 2,3 und liegt damit nur unwesentlich hinter dem letztjährigen mit 2,2.
In der obligatorischen Rede der Abiturienten unterhielten Eva Gerlach und Adrian Jedlitschka das Publikum mit einem Resümee über die Veränderungen an der Kreuzburg in den letzten acht Jahren, das mit zahlreichen hintergründigen Anspielungen gespickt war. An die Tatsache, dass zu ihrem Schulbeginn „Facebook noch rosa war und Schüler VZ hieß“ erinnerten sich alle Anwesenden schmunzelnd. Sie berichteten von den Zeiten vor der Erweiterung der Cafeteria, als die Schüler in der Pause dorthin sprinten mussten, um noch rechtzeitig ein Mittagessen zu bestellen. Dieses Training sei ihnen später bei den Bundesjugendspielen zu Gute gekommen und habe ihnen außerdem geholfen, die Fachräume für den Unterricht pünktlich zu erreichen.
Nach der bereits erwähnten Rede des Schulleiters wurden die Preisträger, die besonders ausgezeichnet werden sollten, auf die Bühne gebeten. Unter der Vielzahl der herausragenden Leistungen sind besonders die von Niklas Wenzel im naturwissenschaftlichen Bereich und Gideon Bauer im sprachlichen Feld zu erwähnen, die neben den hervorragenden Ergebnissen in diesen Gebieten auch vielerlei Auszeichnungen bei Wettbewerben auf Bundesebene erworben haben. Anna Katharina Berting und Jonathan Brandt wurden für ihre guten Leistungen in den Gesellschaftswissenschaften bzw. im Gebiet Kunst, Musik und Darstellendes Spiel gewürdigt.
Zwei Schüler, Niklas Wenzel und Marco Stefano Soravia, erzielten in diesem Jahr die Traumnote 1,0.
Da an der Kreuzburg nicht nur die schulischen Leistungen zählen, sondern vor allem auch das soziale Engagement, gab es dafür ebenfalls zahlreiche Belobigungen. Stellvertretend sind Lukas Kreis und Maria Nunez Espallargas zu nennen, die sich sowohl im Patenamt als auch in der Schülervertretung engagiert einsetzten.
Die musikalischen Noten sollten selbstverständlich in dieser Feierstunde auch zu ihrem Recht kommen. So wurde der Gottesdienst von der Sacro-Pop-AG unter Leitung von Andreas Heindel mitgestaltet und die akademische Feier vom Kreuzburg-Orchester unter Leitung von Peter Loschert begleitet.

