Suchtprävention: RequiSiT-Theater an unserer Schule
Zoé, Lilly, Jule, Arthur und die Klasse 8d berichten vom Suchtpräventionsprojekt:
Am 11.07.2022 besuchte uns, also die Klassen 8c, 8d und 8e, das Improvisations-Theater RequiSiT. Zuerst suchten die Schauspieler:innen, ehemalige Drogenabhängige, nach Themenvorschlägen, indem sie das Publikum nach Gegenständen und Themenideen fragten, die nichts mit Drogen oder Sucht zu tun hatten. Auf der Grundlage dieser Anregungen und Ideen erfolgten anschließend die nachfolgenden Improvisationen. Es fiel stark das Anliegen auf, das Publikum besonders oft einzubinden, zum Beispiel dadurch, dass teilweise Schüler:innen auf die Bühne gerufen wurden, um Vorschläge zum weiteren Verlauf der Szenen zu liefern. Außerdem stimmten wir als Zuschauer oft über Schauplätze, Rollen etc. ab, welche den Verlauf des Bühnengeschehens definierten.
Nach den Theater-Vorführungen gingen wir gemeinsam mit einem der Schauspieler in unser Klassenzimmer, jedoch ohne die Anwesenheit einer Lehrkraft, um unsere Fragen offen und frei stellen zu können. Basierend auf unseren Fragen und Anregungen wurden wir über den Einstieg in die Abhängigkeit, über den Verlauf der Sucht, die persönlichen Erfahrungen mit Drogen und über die Veränderungen der Persönlichkeit, die Depressionen und die Beziehung zur Familie während und nach der Abhängigkeit aufgeklärt. Mit dem RequiSiT-Theater versuchen die Akteure ihre moralischen und juristischen Fehler wiedergutzumachen, weshalb rückfällige Akteure sofort das Theater verlassen müssen. Die Schauspieler:innen sind immer noch süchtig, jedoch nicht mehr abhängig.
Aber was hat uns die Geschichte des Schauspielers gelehrt?
Seine Lebensgeschichte hat uns gelehrt, wie schnell man in eine Drogensucht hineinfallen kann, da die Drogensucht des Schauspielers mit dem Konsum von Tabak begonnen und sich bis hin zum Konsum von Heroin, Crack und weiteren starken Drogen weiterentwickelt hat. Dies hat uns gezeigt, dass man auch vor vermeintlich „harmlosen“ Drogen großen Respekt haben sollte. Zudem lernten wir, dass es nicht nur substanzbedingte Süchte gibt, sondern dass man auch von Büchern, Medien und Shopping abhängig bzw. süchtig sein kann. Deshalb soll man sein Verhalten reflektieren und/oder sich Gedanken darüber machen, ob man möglicherweise selbst von etwas süchtig ist und man sollte sich Hilfe suchen, ganz egal, in welcher Art von Sucht man steckt. Jede Sucht kann gleich starke Auswirkungen auf Betroffene und auf ihre Mitmenschen haben, weshalb man eine mögliche Sucht nicht leugnen sollte.
Abschließend lässt sich sagen, dass das Theater uns allen gezeigt hat, dass wir uns und unser Suchtverhalten im Auge behalten und Süchte ernstnehmen sollen. Wir sind dankbar, dass wir über die Erfahrungen von dem Akteur aufgeklärt wurden. Dass er sich vor uns so geöffnet hat, war sehr überraschend für uns. Zudem finden wir es beeindruckend, dass er sich vom Leben auf der Straße zu einer Bezugsperson und zu einem guten Schauspieler entwickelt hat. Insgesamt würden wir das Theater definitiv weiterempfehlen, da es uns viele Einblicke in die Welt der Süchte und Abhängigkeiten gewährt hat und wir vieles aus dem Gespräch mitnehmen konnten.


