Über 35 Jahre Wegbegleiter der Kreuzburg – Verabschiedung von Bernward Bickmann

Nach über 35 Jahren Einsatz für die Bildung wurde Bernward Bickmann, Geschäftsführer der Franziskanergymnasium Kreuzburg gGmbH und Leiter des Franziskanischen Bildungswerkes, in den Ruhestand entlassen. Zur Verabschiedung hatte der Vorsitzende des Stiftungsrats der Franziskus-Stiftung Kreuzburg Provinzialminister Bruder Markus Fuhrmann OFM zu einer kleinen Feier ins Gymnasium eingeladen. Er hielt mit Bruder Michael Blasek OFM, dem pädagogischen Leiter des Franziskanischen Bildungswerks, die Abschiedsreden.
Für den Wortgottesdienst, der der Feier vorausgegangen war, hatte Bernward Bickmann, der als Diakon selbst die Predigt übernahm, das Evangelium der Emmausjünger, die von Jesus auf ihrem Weg begleitet wurden, ausgewählt. Das Bild des Wegbegleiters wurde dann auch in der Feier von den Vertretern der Gremien, mit denen Bickmann zusammengearbeitet hatte, aufgegriffen und sie dankten ihm für zahlreiche gemeinsame Projekte. Das letzte große Projekt, das er mit auf den Weg gebracht hat und das ihm sehr am Herzen lag, war FEE (Franziskanisch Europäische Erfahrung), mit dem nun die ersten „Feen“ im Rahmen eines internationalen Jugendfreiwilligendienstes losziehen. Ein Projekt zur Firmvorbereitung in der Schule hat er noch mit entwickelt, umgesetzt wird es allerdings erst im kommenden Schuljahr.
In einem Gespräch vorab erzählte Bernward Bickmann von seiner ersten Zeit an der Kreuzburg: „Alles fing damit an, dass wir, meine Ehefrau und ich, 1977 Pater Udo Schmälzle OFM trafen und er pädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für das anlaufende Kooperationsprojekt zwischen dem Bonifatiushaus Fulda und der Kreuzburg suchte. Für uns waren die im Projekt durchgeführten Seminare neben unseren Studien eine gute Möglichkeit, praktische Erfahrungen in der pädagogischen Arbeit zu sammeln.“
Nach dem Studium der praktischen Theologie in Paderborn und einem berufspraktischen Jahr in Bremen schloss Bickmann ein Studium der Politikwissenschaft und Soziologie im Bamberg an. „Ich wollte die Möglichkeit haben, unabhängig von einer kirchlichen Anstellung zu arbeiten, um mir die notwendige Freiheit und Unabhängigkeit zu bewahren“, so Bickmann im Gespräch. Als ihm zum Ende des Studiums die Stelle für politischen Jugendbildung im Franziskanischen Bildungswerk angeboten wurde, griff er sofort zu. „Das war eine gute Perspektive für meinen Berufseinstieg. Das daraus über 35 Jahre hauptberufliche Tätigkeit an der Kreuzburg werden würden, habe ich damals nicht abgesehen.“ Das Bildungswerk mit seinen Angeboten der Familien- und Jugendbildung wurde ihm zum Herzensanliegen. Mit der Übernahme der Leitung des Bildungswerkes wuchs die Verantwortung, aber auch der Gestaltungsspielraum. In seiner Zeit als Leiter des FBW konnten die Seminarangebote trotz schwieriger finanzieller Situation beibehalten werden und in der Kooperation mit dem Franziskanergymnasium weitere Angebote entwickelt werden: Lernmethodik-Seminare für Jugendliche, Beratungs- und Begleitungsangebote für Schülerinnen, Schüler, Eltern und Lehrkräfte der Kreuzburg und die Entwicklung von Angeboten für alleinerziehende Mütter und Väter. „Im Team des FBW wurde vieles gemeinsam entwickelt, immer im Blick auf die Zielgruppen – Kooperation mit Schule heißt, Menschen zu begleiten und ihre Fragen und Themen aufzugreifen, im wahrsten Sinne des Wortes ein ‚pastorales’ Arbeiten“, so Bickmann. Dass zum Ende seiner Zeit an der Kreuzburg das Projekt eines franziskanischen Freiwilligendienstes in Kooperation mit der Franziskanerprovinz noch auf den Weg gebracht werden konnte, freut ihn besonders, da er schon seit vielen Jahren an diese Ausweitung des FBW gedacht hat.
Eine grundsätzliche Aufgabenveränderung erfolgte 2009 mit dem Angebot, die Geschäftsführung der Franziskanergymnasium Kreuzburg gGmbH zu übernehmen. „Die Führung eines ‚Unternehmens‘ in dieser Größenordnung und den vielen verschiedenen Fragestellungen und Aufgaben, empfand ich als große Herausforderung“, so Bickmann. In diese Zeit fielen zwei Debatten um Ersatzschulfinanzierungsgesetze in Hessen, finanzielle Kürzungen durch die Bistümer Mainz und Würzburg (für Bickmann ist das ein immer noch schwer nachvollziehbarer Schritt, warum Kirche sich gerade aus diesem Arbeitsfeld zurückzog), die Weiterentwicklung des Schulkonzeptes (G 9 – G 8 – G 9) und in jüngster Zeit die Fragen von Digitalisierung, die Corona-Pandemie und Energiekrise.
Die Kreuzburg mit Schule und FBW langfristig gut und sicher aufzustellen, das hat Bickmann in den letzten Berufsjahren intensiv beschäftigt. Mit der Errichtung der ‚Franziskus-Stiftung Kreuzburg‘ als Gesellschafter des Gymnasiums und der Übernahme des Bildungswerks durch die Stiftung „hat die Kreuzburg in den letzten Jahren eine langfristig tragfähige Struktur aufgebaut. Als franziskanisch-kirchliche Einrichtung ist es dringend notwendig im Bereich von Jugendlichen und Familien präsent zu sein. Die Kreuzburg leistet hier einen unendlich wertvollen Beitrag“, so Bickmann.
Neben seinen hauptberuflichen Tätigkeiten hat sich Bickmann seit 2013 als Diakon des Bistums Fulda u.a. in der Schulgemeinde der Kreuzburg und in der Pfarrgemeinde Großkrotzenburg engagiert.
Wie Bernward Bickmann es sich gewünscht hatte, wurde er von der Bigband der Schule unter der Leitung von Ulrike Hoffmann mit dem Sound von Glenn Miller verabschiedet. Er wird nun einen neuen Weg einschlagen und dabei von vielen guten Wünschen begleitet.
Geschäftsführerin Birgit Rupp überreichte ihm noch eine Stola, auf der sich viele helfende Hände aus der Verwaltung der Kreuzburg verewigt haben, und die er vielleicht in seiner neuen Heimat Aachen als Diakon in Erinnerung an seine Jahre in Großkrotzenburg tragen wird.

