Advent mit allen Sinnen – 3. Montagsimpuls im Advent
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17. Dezember 2018 – 3. Adventswoche
SPÜREN
Lied: Wir ziehen vor die Tore der Stadt (GL 225)
oder:Wir sagen euch an den lieben Advent.
Sehet, die dritte Kerze brennt. Nun tragt eurer Güte hellen Schein
weit in die dunkle Welt hinein.
Freut euch ihr Christen, freuet euch sehr!
Schon ist nahe der Herr.
Biblische Geschichte
Jesus ist in der Stadt. Fast jeder hat schon etwas von ihm gehört. Man erzählt, dass Jesus für jeden Menschen ein offenes Ohr hätte. Vor allem um die Armen und Kranken würde er sich kümmern und habe keine Angst, selbst Aussätzige anzufassen. Jesus habe eine solche Liebe in sich, dass ein Wort von ihm, ein Blick, eine Berührung reiche, um Menschen glücklich zu machen.Nun ist er bei ihnen. Die Mütter rufen ihre Kinder zusammen. „Schnell“, sagen sie. „Beeilt euch. Wir müssen zu diesem Rabbi!“ Die größeren Kinder haben erst keine Lust und sind dann doch neugierig. Die Kleinen schubsen sich und machen Unsinn. Die Babys weinen, denn es zu laut für sie.
Als die Apostel diesen lärmenden Haufen sehen, stellen sie sich den Frauen und Kindern in den Weg. „Weg mit euch!“, sagen sie. „Der Meister hat wirklich anderes zu tun, als sich um eure Bälger zu kümmern!“
Die Mütter aber sagen: „Nein! Er soll doch nur die Kinder segnen. Mehr nicht!“
„Er hat keine Zeit für solche Kindereien!“
Doch Jesus hört es und ruft von hinten: „Lasst sie zu mir kommen. Hindert sie nicht daran!“ Schon ist der erste Kleine losgelaufen und springt Jesus entgegen. Jesus nimmt die Kinder auf die Arme, lacht mit ihnen und zuletzt streicht er ihnen über die Haare und segnet sie. Die Mütter freuen sich. Die ein oder andere sagt zu den Aposteln: „Seht ihr. Er hat ein Herz!“ Die Kinder fanden es toll, und Jesus lächelt noch eine ganze Zeit lang nachdem die ernste Stille zurückgekehrt.
(MB)
Gedanken
Das ist rau, das piekt, das ist weich und kuschelig. Oh, wie hart! Autsch, das tut weh!Wir tasten uns durchs Leben. Unser Tastsinn spürt und ordnet. Das fühlt sich gut an, das nicht. Das möchte ich anfassen, das besser nicht. Wir be-greifen unsere Welt. Meine Hände können selbst die winzigsten Unebenheiten spüren.
Bevor ein Mensch hören, riechen, schmecken und sehen kann, kann er fühlen. Berührungen sind für Babys überlebenswichtig.
Auch uns tut es gut, wenn wir mal in den Arm genommen werden. Ein Schulterklopfen baut uns auf. Und wenn man einen Menschen liebt, dann ist ein Kuss etwas ganz wunderbares. Berührungen berühren uns ganz tief. Berührungen können Wunder bewirken.
Jesus berührte die Menschen, die überhaupt nicht damit gerechnet haben. Er legte ihnen die Hände auf, er segnete sie, er be-rührte ihre Seelen, indem er sich ihnen zuwandte und sie anfasste. So heilte er sie. Jesus war ein Segen für diese Menschen. Auch wir können ein Segen für andere Menschen sein. Lassen wir uns berühren!
IMPULS:
So wollen wir in dieser Woche versuchen, ein Segen für andere Menschen zu sein. Wir wollen gut von anderen sprechen, sie loben, denn das ist die Bedeutung der wörtlichen Übersetzung des lateinischen Wortes „benedicere“ = segnen. Segnen bedeutet, dass wir anderen Glück wünschen und ihnen Schutz und Beistand gewähren. Wenn wir ein solches SEGNEN in den Tagen dieser Woche besonders schwächeren Mitmenschen zukommen lassen, dann können auch wir heilen.Wir wünschen euch viel überzeugten Mut beim SEGNEN.
Vater unser
Einander Segen
Herr, segne meine Hände,dass sie behutsam seien,
dass sie halten können,
ohne zur Fessel zu werden,
dass sie geben können ohne Berechnung,
dass ihnen innewohne
die Kraft, zu trösten und zu segnen.
(Sabine Naegeli: Du hast mein Dunkel geteilt S.104f)

