Fastenimpuls am Montag, 16. März 2020
Rot – freundlich sein.
Zur Farbe ROT:
Zur Farbe ROT:
Rot ist wohl die auffälligste aller Farben. Sie ist kräftig und extrem. Rot ist eine Signalfarbe. Sie ist die Farbe der Leidenschaft, der Aufmerksamkeit, aber auch der Wut und der Scham. Rot ist die Farbe des Heiligen Geistes. Wir wollen heute die Farbe Rot in der Bedeutung ansehen, die uns am geläufigsten ist: Rot ist die Farbe der Liebe.
Liebe kann sich ganz unterschiedlich zeigen. Von den kleinen Zeichen der Liebe erzählt folgender Text:
Geschichte
Die kleinen Worte
Herz, Hirn und Zunge kamen überein, keine kleinen Worte mehr zu machen. Das Herz sagte: „Diese kleinen Worte belasten mich nur, sie machen mich weich. Heutzutage muss ein Herz hart sein!“
Und das Hirn sagte: „Große Gedanken, Formeln, Spekulationen … das bringt was ein! Ein kleines Wort kostet nur Zeit!“
Die Zunge sagte: „Ich spezialisiere mich auf Fachausdrücke, Fremdwörter, große Reden. Mit den kleinen Worten kann ich mich nicht mehr abgeben!“
So schickte das Herz nur noch harte Worte auf die Zunge, das Hirn produzierte nur gescheite Worte, und die Zunge hielt große Reden. Kein kleines Wort kam mehr über die Lippen.
Nach dieser Verschwörung wurde die Welt trostlos, kalt, leer.
Aber es gab immer noch Menschen, die sich an die kleinen Worte erinnerten. Sie begannen, sie aus der Vergessenheit herauszusuchen. Zuerst hatten sie Angst, ausgelacht zu werden. Aber siehe da: Mit froher Kraft sprangen sie von Mund zu Mund, von Kopf zu Kopf, von Herz zu Herz und lösten ungeahnte Kreisläufe aus. – Und die Welt wurde wieder freundlicher.
(aus: Willi Hoffsümmer: Kurzgeschichten 2 (1983), S. 83)
Impuls
Die kleinen Worte
Herz, Hirn und Zunge kamen überein, keine kleinen Worte mehr zu machen. Das Herz sagte: „Diese kleinen Worte belasten mich nur, sie machen mich weich. Heutzutage muss ein Herz hart sein!“Und das Hirn sagte: „Große Gedanken, Formeln, Spekulationen … das bringt was ein! Ein kleines Wort kostet nur Zeit!“
Die Zunge sagte: „Ich spezialisiere mich auf Fachausdrücke, Fremdwörter, große Reden. Mit den kleinen Worten kann ich mich nicht mehr abgeben!“
So schickte das Herz nur noch harte Worte auf die Zunge, das Hirn produzierte nur gescheite Worte, und die Zunge hielt große Reden. Kein kleines Wort kam mehr über die Lippen.
Nach dieser Verschwörung wurde die Welt trostlos, kalt, leer.
Aber es gab immer noch Menschen, die sich an die kleinen Worte erinnerten. Sie begannen, sie aus der Vergessenheit herauszusuchen. Zuerst hatten sie Angst, ausgelacht zu werden. Aber siehe da: Mit froher Kraft sprangen sie von Mund zu Mund, von Kopf zu Kopf, von Herz zu Herz und lösten ungeahnte Kreisläufe aus. – Und die Welt wurde wieder freundlicher.
(aus: Willi Hoffsümmer: Kurzgeschichten 2 (1983), S. 83)
Impuls
Menschen, die immer nur Großartiges schaffen, die immer nur blitzgescheite Worte sprechen wollen und besonders glänzend dastehen möchten, sind eher unheimlich. Sie machen anderen oft Angst und bewirken meist nur wenig. Es ist jedoch erstaunlich, was ein kleines, freundliches Wort auslösen kann. Es sind solche Worte wie: „Das hast du toll gemacht!“ oder „Schön, dass du heute da bist!“ oder „Danke für deine Hilfe! Du warst mir ein Engel, ein Segen!“. Sie sind leicht gesagt und können so wohl tun.
Wir möchten Euch bitten, in dieser Woche viele kleine, freundliche Worte zu verschenken. Bitte nehmt euch nicht damit zurück! Seid verschwenderisch, aber ehrlich im Loben der anderen. Dann geht anderen im Herzen die Sonne rot auf!
Gebet
Segne mich,
guter Gott. (…)
Segne meine Gedanken,
damit ich heute gut über die Menschen denke.
Segne meine Worte,
damit sie in ihnen Leben wecken.
(…)
die ich im Herzen trage,
du, der gütige und barmherzige Gott,
der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.
(aus: Gotteslob, kath. Gebets- und Gesangbuch (2013) Nr. 11,3)

