„Halt´s Maul“ – 5. Impuls in der Österlichen Bußzeit

Lied:
„In Ängsten die einen“
Geschichte
Halt’s Maul!
„Du, sag mal! …“ fängt Christoph vorsichtig an. „Ach halt’s Maul, du Looser! Mit dir spricht hier keiner!“ wird er von der Clique der 9. Klasse sofort abgekanzelt.
„Ich hab‘ da mal ‘ne Frage, kannst du mir …!“ „Wer hat dich denn gefragt, du Dummbacke?“ wird Christoph sofort das Wort abgeschnitten. Das Dreiergrüppchen seiner Klasse wendet sich sofort von ihm ab.
„Valerie, ich muss ganz dringend mit …!“ „Fuck! Du hast wirklich ein Talent immer im falschen Moment aufzutauchen! Verpiss dich!“
„Wenn es nicht wichtig wäre, würde ich dich nicht stören, Malte. Hör mir doch bitte mal kurz zu!“ Aber Malte zeigt Christoph nur den Stinkefinger und wendet sich wieder seinem Handy zu.
Es schellt. Alle Schüler strömen in die Klassenräume. Verstört setzt sich auch Christoph auf seinen Platz. Der Unterricht beginnt. Christoph bekommt überhaupt nichts von der Stunde mit. Er ist in seinen Gedanken versunken. „Und was haben wir letzte Stunde dazu gelernt, Christoph?“ Der Chemie-Lehrer steht wie aus dem Nichts vor ihm und fixiert ihn mit seinen Augen. „Äh, jaaaa, äh, hmmm, das weiß ich gerade nicht!“ stottert Christoph. In seinem Nacken hört er schon die Mitschüler tuscheln, kichern und Worte wie Blödmann, Looser und Idiot. „Na, du bist ja auch gut bei der Sache!“ schnauzt der Lehrer Christoph an. „So packst du das Gymnasium niemals! Besser du schaust dich gleich nach einer anderen Schule um.“
Nach dem Schultag sitzt Christoph alleine zu Hause. Seine Eltern arbeiten noch und die Großmutter, zu der er sonst immer hingehen konnte, ist vor drei Wochen gestorben. Er macht sein Handy an und geht in die WhatsApp Gruppe seiner Klasse. Was er da über sich und die Situation in der Chemiestunde liest, lässt ihn erstarren. Das Handy rutscht ihm aus der Hand. …
Am nächsten Tag ist Christophs Platz in der Schule leer.
(Quelle: M.F.)
Impuls
Achten wir eigentlich wirklich darauf, wie wir miteinander reden? Wie schnell hauen wir Schimpfworte raus. Wir geben einander abfällige Namen. Wenn jemand auf diese Art des Redens hinweist, dann sagen wir schnell: „Das war doch nicht so gemeint!“ oder „So reden wir eben!“
Doch das stimmt nur bedingt. Alles, was gesagt wird, hinterlässt Spuren. Lob tut uns allen gut. Aber einander beschimpfen, geringschätzig übereinander reden, schlägt Wunden in die Seele, die man nicht immer sieht. „Dann sollen die Betroffenen halt etwas sagen“, fordern die, die so leicht daherreden. Doch viele „Verwundete“ können nicht mehr darüber reden. Sie sollen ja ihr „Maul halten“.
Deswegen steht diese Woche unter dem Motto:
Pass auf wie Du redest!
Achte auf deine Wortwahl; besonders wenn Du mit und über andere sprichst!
Und du wirst sehen und spüren, wenn Du bedacht mit und von anderen redest, ändert sich auch die Sicht und Einstellung auf die anderen und schafft eine wohlwollende Atmosphäre.
Gebet
Herr, segne meinen Mund,
dass er dich bezeuge,
dass nichts von ihm ausgehe,
was verletzt und zerstört,
dass er heilende Worte spreche,
dass er Anvertrautes bewahre.
(Quelle: https://www.erzbistum-koeln.de)

