Montag, 07. Dezember 2020 – 2. Lichtzeichen: „Freundschaft / Gemeinschaft“
Lied: „Stern über Bethlehem“
Text:
Echte Freunde
Freunden kann auch mal der Kragen platzen,
wenn sie mit dir reden, aber nur weil ihr Herz für dich bis zum Halse schlägt.
Freunde stört es nicht, bei dir fernzusehen, auch wenn du schon längst ins Bett gegangen bist.
Freunde kämpfen für Dich nächtelang im Gebet und sagen dir: „Ich habe neulich an dich gedacht!“
Freunde möchten deine Welt kennen lernen und entdecken immer neue Erdteile.
Freunde erleben dich mit verklebten Augen, ungewaschenen Haaren und sehen dahinter deine Einzigartigkeit und Schönheit.
Freunde können es sich leisten, bei einem Witz, den du erzählst, nach der Pointe zu fragen.
Bei Freunden kannst du nachts um halb drei klingeln und sie fragen dich: „Kaffee oder Tee?“
Freunde reden manchmal blödes Zeug, weil sie wissen, dass du keine Goldwaage im Keller hast.
Freunde kennen sich nicht in deiner Brieftasche aus, dafür aber in deinem Kühlschrank.
Freunde geben dir im Winter ihr letztes Hemd und behaupten, sie wollten sich sowieso gerade sonnen.
Freunde machen es ähnlich wie Gott: sie mögen dich so, wie du bist, trauen dir aber zu, dass du dich verändern kannst.
Albrecht Gralle
(aus: Andere Zeiten (Hrsg.) Freude, Hamburg 2014, S. 37)
Impuls
Der Autor dieses Textes hat gewiss tolle Freundschaftserfahrungen gemacht und diese aufgeschrieben. Freundinnen und Freunde können wie Licht in der Dunkelheit sein.
Aber man muss nicht unbedingt befreundet sein, um einander ein Lichtzeichen zu schenken. Freunden fällt das halt nur leichter. Lasst uns diese Woche versuchen, einander etwas Helle zu geben. Machen wir das ganz konkret.
Wir wollen es „Licht-Wichteln“ nennen. Wie beim sonstigen Wichteln zieht jeder den Namen eines anderen. Im Laufe der Woche versucht Ihr der Person, deren Name Ihr erhalten habt, eine Freude zu machen, die nichts kostet (oder nur ganz wenig), z.B. eine Karte schreiben, etwas kleines basteln, etwas Zeit schenken. Mit jeder geschenkten Freude wird es ein bisschen heller und die Gemeinschaft gestärkt.
Gebet
Gott, du kennst mich und weißt alles über mich.Du begleitest jeden Schritt, den ich tue. (…)
Seit meiner Geburt kennst du mich.
Schon bevor ich geboren war, hast du an mich gedacht.
Vom ersten Lebenstag an warst du bei mir.
Und du weißt, wo mein Weg einmal hinführt. (…)
Ich bitte dich, Gott,
dass du nie von meiner Seite weichst.
Bewahre mich vor falschen Wegen
Und führe mich zu einem guten Ziel.
(Psalm 139 aus M. Polster und E. Temporin:„Gib mir Wurzeln, lass mich wachsen“)

