Montagsimpuls in der 2. Adventswoche

„… nehmet euch eins um das andere an“ – sich kümmern
Lied: „Wir sagen euch an den lieben Advent“ Str. 2
Geschichte
Ein Weihnachtsrätsel
Ein Weihnachtsrätsel
Ein alter Mann wohnte am See. Ein anderer alter Mann wohnte am Waldrand. Im Herbst wurde der Mann am See schwer krank. Da kam der Mann vom Wald, besuchte ihn und brachte ihm ein kostbares Geschenk.
Der Mann am See freute sich darüber. Bald wurde er wieder gesund. Zur Weihnachtszeit traf es den Mann am Waldrand. Krank lag er in seiner Hütte. Jetzt war es umgekehrt. Wenn auch langsamen Schrittes, so kam doch jeden Tag der Mann vom See zum Waldrand herauf und besuchte den alten kranken Mann. Täglich brachte er ein Geschenk mit. Jeden Tag kam er mit dem gleichen Geschenk. Und es war genau dasselbe, das sein Freund ihm im Herbst gegeben hatte. Schließlich konnte auch der Mann am Waldrand das Bett wieder verlassen. Die beiden Männer gingen hinaus, wanderten geruhsam ein Stück durch den Wald oder am Ufer des Sees. Beide empfanden tiefe Freude über das Geschenk.
Was war’s, was sie sich gegenseitig brachten? Sie hatten es in keinem Geschäft gekauft. Man kann es gar nicht kaufen. Es wird auch nicht eingehüllt in buntes Seidenpapier. Die beiden Männer trugen es nicht bei sich, wenn sie sich besuchten, sondern in sich. So konnten sie es nicht verlieren. Es war ein so großes Geschenk, dass kein Stück Papier der Welt ausgereicht hätte, es darin einzuschlagen. Was war’s?
(aus: Willi Hoffsümmer: Kurzgeschichten 4 (1991), S. 28)
Gedanken
Die Geschichte endet an dieser Stelle und überlässt uns die Antwort. Da kommt man schon ins Grübeln. Was macht einen Menschen gesund? Was wirkt wie Medizin, ist aber viel größer? Was kann man einem Menschen nicht kaufen, um einen anderen Menschen zu erfreuen? Was ist nicht in Geschenkpapier verpackbar?
Welche Ideen habt Ihr? Lasst uns diese einmal sammeln.
Der Kernsatz in der Geschichte ist wohl: „Die beiden Männer trugen es in sich.“ Mir fällt dazu ein, dass es mich glücklich macht, wenn mich jemand anschaut und mir zulächelt. Dann merke ich, dass ich gesehen werde, dass mein Gegenüber mir Aufmerksamkeit schenkt.
Wenn ich krank bin, bin ich immer sehr empfänglich für kleine Freundschaftsbeweise, z.B. wenn mir ein Tee gebracht wird, wenn ich danach gefragt werde, worauf ich Appetit habe, wenn sich jemand zu mir setzt. Das tut gut!
Bei euren Großeltern habt ihr vielleicht schon bemerkt, wie sehr sie sich über den Besuch der Enkelkinder freuen. Vielleicht haben sie ja nicht mehr häufig die Möglichkeit, mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen. Die Schülerinnen und Schüler unter euch, die ihr Sozialpraktikum in einem Altenheim gemacht haben, haben mit Sicherheit erfahren, wie einsam viele alte Menschen oft sind.
Wenn wir im Advent singen: „So nehmet euch eins um das andere an!“, dann werden wir dazu aufgefordert, uns um unsere Mitmenschen zu kümmern. Verschenken wir unsere Zeit! Bieten wir unsere Freundschaft an! Seien wir aufmerksam anderen Menschen gegenüber! So können wir einander GESUND machen.
Impuls
Wie wäre es, wenn wir uns für die kommende Woche vornehmen, einem Menschen eine unerwartete Freude zu machen? Vielleicht sagt ihr euren Eltern mal wieder, wie dankbar ihr für das seid, was sie für euch tun. Vielleicht besucht ihr eure Großeltern. Vielleicht geht ihr für eine kranke Nachbarin einkaufen. Vielleicht fragt ihr einen Mitschüler, der immer allein sitzt, ob er mit euch in der Cafeteria zusammen essen möchte. Macht einfach mit!Vater unser
Segen
Segne du meine Tage,damit ich achtsam bleibe für deine Gegenwart
und bei aller Geschäftigkeit der Vorbereitung
auf das Fest deiner Menschwerdung
nicht vergesse
mich selbst zu bereiten für die Begegnung mit DIR im anderen.
nach: Hannelore Bares
(auf: https://www.spurensuche.de)

