Nachruf Bruder Benedikt Leo Haag ofm

Ich bin das Licht der Welt.
Wer mir nachfolgt, wandelt nicht in Finsternis,
sondern hat das Licht des Lebens.
Aus dem Stundengebet des Sterbetages
Die Schulgemeinde trauert um
Bruder Benedikt Leo Haag ofm
* 20. August 1939 in Kaiserslautern
† 27. Januar 2021 in Fulda
1967 kam Bruder Benedikt als Krankenbruder nach Großkrotzenburg und war dadurch bei den ersten Franziskanern dieses Klosters. 17 Jahre prägte er die Gemeinschaft an der Kreuzburg und war in seiner ruhigen und stillen Art und durch zahlreiche alltägliche Dienste auch für viele junge Menschen in der Schule und im Internat ein wichtiger Ansprechpartner. Mit dem Beginn der Lehrmittelfreiheit baute er die Schulbuchausgabe auf und war dafür über viele Jahre zuständig.

Auch in seinen weiteren Lebensstationen blieb er der Kreuzburg immer verbunden und war auch öfters noch zu Schulfesten Gast.
2013 kam er nochmals an die Kreuzburg zurück und leistete dort im Kloster wieder die vielen kleinen, oft unscheinbaren Dienste, die für das Leben einer Gemeinschaft unverzichtbar sind. Auf unsere Mitglieder der Schulgemeinde strahlte Bruder Benedikt eine besondere Liebenswürdigkeit und Offenheit aus, wenn er über den Schulhof schlenderte oder den Familiengottesdienst besuchte, immer freundlich lächelnd und gerne zu einem Gespräch bereit. Im November 2019 machte die zunehmende Pflegebedürftigkeit seinen Umzug in die Seniorenkommunität im Theresienheim in Fulda erforderlich. Dort ist er in den späten Abendstunden des 27. Januar 2021 friedlich in seinem Zimmer verstorben – so still und ruhig, wie er immer gelebt hat.
Der ehemalige Kreuzburgschüler Henson Stehling verbindet mit Bruder Benedikt eine besondere Erinnerung, die ihn sehr treffend beschreibt:„Kreuzburg-Parkplatz, meine Autotür zugeschlagen, der Schlüssel steckt (innen) und ich schaue ziemlich dumm. Der Klassiker. Bruder Benedikt kommt des Weges und fragt, ob er mir helfen könne. Ich schildere meine Malaise. Bruder Benedikt verschwindet und kehrt nach kurzer Zeit mit etwas Werkzeug zurück – im Wesentlichen mit einem Haken und einem Hebel zum Stemmen. Gemäß seiner Anweisungen stemme ich die Autotür 2 Zentimeter auf, er verschafft durch den Spalt dem Haken Zutritt, zieht das Knöpfchen hoch. Nach zwei Minuten ist das Auto wieder offen. Völlig perplex von so spontaner uneigennütziger Hilfe und dem schnellen Erfolg stammele ich irgendeinen Dank und frage mit bemühtem Humor, wo er denn solcherlei gelernt habe. „War mal der größte Autodieb im Raum Frankfurt und muss deshalb mein Leben im Kloster abbüßen“, grinst der eher wortkarge Bruder Benedikt mich an und zieht von hinnen.“

